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Jetzt amtlich: Deutschland schuldlos am Weltkrieg

4 Dez

gefunden auf : http://astrologieklassisch.wordpress.com/2013/12/04/jetzt-amtlich-deutschland-schuldlos-am-weltkrieg/

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DIE SCHLAFWANDLER                                                                                                                                                      Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog

Von Martin Ebel

Ein Porträt des Schriftstellers Christopher Clark. Er trägt einen dunklen Anzug und eine rote Krawatte.

Christopher Clark´s „The Sleepwalkers. How Europe Went to War in 1914“ erscheint jetzt auch auf Deutsch. (Picture Alliance / dpa / Arno Burgi)

Das Buch „Die Schlafwandler“ des Australiers Christopher Clark liegt jetzt auch auf Deutsch vor, hat hymnische Besprechungen geerntet, aber auch Widerspruch. Das Deutsche Kaiserreich, so Clark, hat nicht mehr zum Ausbruch des Weltkrieges beigetragen als die anderen vier Großmächte Frankreich, England, Russland und Österreich-Ungarn.

Der Historiker, nach Leopold von Rankes berühmter Anweisung, solle erforschen und beschreiben, „wie es eigentlich gewesen“sei. Kein Historiker wird heute bestreiten, genau das anzustreben. Und doch betrachten viele, unbewusst oder bewusst, das Gewesene  durch die Brille der eigenen Gegenwart, deuten oder verbiegen die Vergangenheit im Lichte aktueller Interessen. Ganz extrem so war es nach dem Ersten Weltkrieg, als die Schuld der Deutschen explizit im Versailler Vertrag festgehalten wurde und deutsche Historiker alles daran setzten, dies  zu widerlegen, während die Historiker der Alliierten das entgegengesetzte Ziel verfolgten. Später beherrschte eine Weile die These das Feld, alle Beteiligten seien in den Krieg „geschlittert“, bis sich in den 1960er-Jahren nach der sogenannten Fischer-Kontroverse auch in Deutschland die Position durchsetzte, Hauptverursacher sei der deutsche Militarismus  mit seinem Streben nach der Weltmacht gewesen.

Jetzt steht womöglich ein neuer Paradigmenwechsel an.

Das Buch „Die Schlafwandler“ des Australiers Christopher Clark, der in Cambridge lehrt, hat schon bei Erscheinen der Originalausgabe für Furore gesorgt, jetzt, kurz bevor sich der Kriegsausbruch zum 100. Mal jährt, liegt es auch auf  Deutsch vor, hat hymnische Besprechungen geerntet („Das Buch des Jahres“), aber auch Widerspruch. Denn wenn man wollte, könnte man daraus eine Relativierung der deutschen Kriegsschuld lesen: Das Deutsche Kaiserreich, so Clark, hat nicht mehr zum Ausbruch des Weltkrieges beigetragen als die anderen vier Großmächte Frankreich, England, Russland und Österreich-Ungarn.

Diese Lesart wäre keine falsche, aber eben eine verkürzte. Denn um Schuldfragen geht es Christopher Clark gerade nicht. Ihn interessiert, welche Kräfte beteiligt waren, ein Ereignis von nie da gewesener Zerstörungskraft zustande zu bringen, mit 20 Millionen Toten, ebenso viel Verwundeten und drei untergegangenen Imperien – und das so kein Beteiligter gewollt hatte. Dafür hat er nicht nur die vorhandene Forschungsliteratur ausgewertet, sondern auch ein schier unüberschaubares Quellenmaterial – ein, wie er betont, dennoch lückenhaftes und vielfach tendenziöses Quellenmaterial. Clark gelingt es, die     Jahre vor 1914 gleichsam multiperspektivisch in den Blick zu nehmen. Betrachtet man nämlich nur einen Player, ordnen sich alle Ereignisse nur in Bezug auf dessen Ziele, Interessen und Ängste. Erst die Gegenüberstellung von mindestens fünf Sichtweisen bringt den Betrachter der Wahrheit näher – auch wenn diese Wahrheit ungeheuer kompliziert ist.

„Julikrise ist das komplexeste Ereignis der heutigen Zeit“

Der multiperspektivische Zugang ist eine der großen Qualitäten dieses Buches, eine weitere die Fähigkeit, wie eine Kamera mal mit dem Weitwinkelobjektiv das Geschehen zu betrachten, mal ganz nah heranzuzoomen, in die Parlamentssäle und die Hinterzimmer der Macht, in die Intrigenstadel der Kabinette, wo Mehrheiten und  Entscheidungen nach manchmal recht unpolitischen Motiven zustande kamen. Je näher der Autor den Beteiligten kommt, desto detaillierter wird das Bild, aber auch desto verwirrender. Clark selbst vergleicht das Spiel der Großmächte mit einem Billardspiel, wo die Bahn jeder Kugel die Lage der anderen beeinflusst. Ein treffender und doch viel zu einfacher Vergleich: Denn hier ist jede Kugel „unrund“, keine Bahn berechenbar, da im Innern jeder Kugel antagonistische Kräfte miteinander ringen.

In jedem Staat gab es Kriegshetzer und Pazifisten im Machtzentrum, kämpften Militärs, Diplomaten, Parlamentarier, Minister und Monarchen um die richtige Politik. Viele Staaten hatten keine konsistente Strategie oder wechselten diese plötzlich. Dabei sandten sie missverständliche oder widersprüchliche Signale nach außen. Auch die öffentliche Meinung war ein Faktor in diesem Kräftespiel, die Massenpresse trat als Akteur erstmals entscheidend in Aktion.

„Die meisten Konflikte, welche die Welt im Laufe der letzten Jahrzehnte gesehen hat, sind nicht hervorgerufen worden durch fürstliche Ambitionen oder ministerielle Umtriebe, sondern durch leidenschaftliche Erregung der öffentlichen Meinung, die durch Presse und Parlament die Exekutive mit sich fortriss.“

Der deutsche Reichskanzler Bernhard von Bülow, der dies 1909 vor dem deutschen Parlament sagte, unterschlug dabei, dass die genannte Presse oft von der Regierung gefüttert, gelenkt und instrumentalisiert wurde – auch in den Ländern, wo sie mehr oder weniger frei war, war sie ein Instrument der Politik. Selbst Affären konnten die Weltpolitik beeinflussen; der österreichische Generalstabschef Conrad war auf zwanghafte Weise in eine verheiratete Frau verliebt, ein gewichtiges Motiv für seine Kriegstreiberei gegen Serbien:

„Nur als siegreicher Kriegsheld wäre er, so glaubte Conrad, imstande, die gesellschaftlichen Hindernisse aus dem Weg zu räumen und den Skandal zu überstehen, der mit der Heirat einer prominenten, geschiedenen Frau verbunden war. In einem Brief an Gina fantasierte er von der Rückkehr von einem „Balkankrieg“, den Lorbeerkranz des Siegers auf dem Haupt, wie er alle Warnungen in den Wind schlägt und sie zu seiner Frau macht.“

Die Aufmerksamkeit der Franzosen wiederum war noch im Juli 1914, als es schon Spitz auf Knopf stand, viel stärker als vom drohenden Krieg  gefesselt vom Prozess gegen Madame Caillaux, die Frau des ehemaligen französischen Ministerpräsidenten, die den Chefredakteur des „Figaro“erschossen hatte, weil dieser ihren Mann durch die Veröffentlichung von Liebesbriefen diskreditieren wollte. Kurz: Kein Detail ist zu gering, um nicht von Christopher Clark in seinem Buch „Die Schlafwandler“auf seine Bedeutung für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges geprüft und letztlich für wichtig befunden zu werden.

So ist es auch mit der ungemein farbigen Galerie von Persönlichkeiten, bei deren Betrachtung man den Eindruck gewinnt, dass, wenn eine einzige gefehlt hätte, die Geschichte anders verlaufen wäre – insofern stellt Clarks Buch die Anwendung des „Schmetterlingseffekts“auf die Geschichtswissenschaft dar. Ein Unternehmen, das zu lähmender Langeweile führen könnte – wenn der Autor nicht ein so brillanter Disponent seines Materials und ein so glänzender Stilist wäre. Wer sich auf die fast 900 Seiten einlässt, der wird über Tage oder Wochen, je nach Lesetempo, in eine Story von ungeheurer Dramatik verwickelt. Natürlich weiss jeder Leser, wie die Geschichte ausgehen wird; aber spannend bleibt sie, weil in Clarks Darstellung bis zuletzt die Möglichkeit eines anderen, eines friedlichen Ausgangs erhalten bleibt. Und das ist kein literarischer Kunstgriff; noch in den letzten Tagen hätte sich dieser Krieg vermeiden lassen.

Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand

Die Wochen zwischen dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und dem Kriegsausbruch nehmen einen großen Teil der „Schlafwandler“ein, zu Recht, weil sich hier zuspitzte und radikalisierte, was in den Jahren zuvor angelegt war. Aber auch, weil eben auch jetzt noch eine Alternative zum großen Morden bestand. Es hätte nicht dazu kommen müssen.

Zwar war Europa durch zwei Bündnisse geteilt, die auf eine Konfrontation hinausliefen: Hier die Entente mit England und Frankreich sowie dem verbündeten Russland, dort der Dreibund Deutsches Reich, Österreich-Ungarn und Italien. Es gab aber zwischen England und Russland erheblich größere Interessenkonflikte als zwischen England und Deutschland. Die Aufrüstung der deutschen Flotte, die oft als ein Kriegsgrund genannt wird, war laut Clark nicht so wichtig; England konnte sich seiner bleibenden maritimen Übermacht sicher sein. Viel beunruhigender war für das Empire das aggressive Vorgehen der Russen in Persien und in China, Weltgegenden, die weit von Europa entfernt waren, die aber die Kolonialmächte, als ihre vitalen Interessen ansahen. England hätte also eine andere, an Deutschland angelehnte und gegen Russland gerichtete Außenpolitik betreiben können. Indes beschreibt Clark dezidiert, wie Deutschland mit seiner unablässig wachsenden Wirtschaft als gefährlicher Konkurrent auf dem Kontinent von einer Fraktion im Außenministerium regelrecht inszeniert wurde. Bei Kriegsausbruch hatte diese  Fraktion die Übermacht.

„Die britische Außenpolitik hatte sich – genau wie die amerikanische Außenpolitik des 20. Jahrhunderts – stets auf Szenarien der Bedrohung und Invasion gestützt. Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die Ängste vor einer französischen Invasion regelmäßig die politischen Eliten gelähmt; in den neunziger Jahren hatte Russland, dessen Kosakenhorden jeden Moment in Indien und Essex einmarschieren konnten, in der britischen politischen und öffentlichen Vorstellung Frankreich verdrängt. Jetzt war Deutschland an der Reihe.“

Die treibende Kraft dieser Politik war Edward Grey, von 1905 bis 1916 Außenminister des britischen Königreichs. Clark widmet ihm eines seiner hinreißenden Porträts, die, ohne zu menscheln, die Kabinettspolitik jener Jahre anschaulich machen.

Grey war ein großer Naturliebhaber

„Grey war ein Außenminister, der kaum etwas über die Welt außerhalb Großbritanniens wusste, niemals großes Interesse an Reisen gezeigt hatte, keine einzige Fremdsprache sprach und sich in Gesellschaft von Ausländern unwohl fühlte.  Als junger Mann hatte er kaum Anzeichen für Wissensdurst, politische Ambitionen oder Ehrgeiz gezeigt. Er vertrödelte seine Jahre am Balliol Kollegs in Oxford, wo er den größten Teil seiner Zeit darauf verwendete, Tennis-Champion zu werden, bevor er mit einer Drei in Jura sein Examen machte. Das Fach hatte er gewählt, weil es dem Vernehmen nach einfach war. Als Erwachsener pflegte er stets das Bild eines Mannes, für den Politik eine lästige Pflicht war, nicht eine Berufung. Grey war ein großer Naturliebhaber, Vogelbeobachter und Angler. Um die Jahrhundertwende war er bereits weithin bekannt als Autor eines zur Recht gefeierten Aufsatzes über das Angeln mit Fliegen. Sogar als Außenminister neigte er dazu, seinen Schreibtisch für einen Ausflug aufs Land zu verlassen, und mochte es überhaupt nicht, wenn er früher als absolut notwendig nach London gerufen wurde. Dennoch entwickelte Grey einen starken Machthunger und eine Bereitschaft, konspirative Methoden einzusetzen, um an die Macht zu gelangen und sie zu behalten. Verschwiegenheit und eine Vorliebe für diskrete Machenschaften hinter den Kulissen blieben ein Wahrzeichen seiner Arbeit als Außenminister. Er sorgte dafür, dass sich die britische Politik in erster Linie auf die „deutsche Gefahr“konzentrierte.“

Natürlich waren dann die Schüsse in Sarajevo am 28. Juni 1914 das entscheidende, kriegsauslösende Ereignis. Aber selbst sie waren vermeidbar; die serbische Regierung wusste, dass sich eine Gruppe von Attentätern über die Grenze nach Bosnien-Herzegowina aufgemacht hatte, sie hatte auch eine Warnung nach Wien geschickt, aber so vage, dass sie keine Reaktionen auslöste (wäre sie konkreter gewesen, hätte sich die Regierung als Mitwisser kompromittiert). Aber das Attentat war nur das letzte Element einer fatalen Folge von Ereignissen, Missverständnissen, Fehlern und aktiver Kriegstreiberei. Deshalb beginnt Christopher Clark seine „Schlafwandler“mit einem anderen Attentat: Am 11. Juni 1903 stürzte eine Gruppe Offiziere den unbeliebten serbischen König Alexander. Es war mehr als ein Putsch, es war ein Massaker. Der König und seine Königin hatten sich in einer Geheimkammer hinter dem Schlafzimmer versteckt, kamen aber, als der dazu gezwungene Adjutant Petrovic ihn rief, heraus, nachdem er sich des Ehrenworts der Offiziere versichert hatte.

„Der König erschien, vor Angst zitternd, die Brille auf der Nase und notdürftig mit dem roten Hemd bekleidet, in seinen Armen die Königin. Das Paar wurde in einem Kugelhagel aus nächster Nähe niedergeschossen. Petrovic, der einen versteckten Revolver in einem aussichtslosen Versuch zog, seinen Herrn zu schützen, wurde ebenfalls getötet. Es folgte eine Orgie sinnloser Gewalt. Die Leichen wurden, laut der späteren Aussage des traumatisierten italienischen Barbiers des Königs, dem man den Befehl erteilte, die Körper abzuholen und sie für das Begräbnis einzukleiden, mit Säbeln zerstochen, mit einem Bajonett aufgerissen, teilweise ausgenommen und mit einer Axt zerhackt, bis sie zur Unkenntlichkeit verstümmelt waren. Der Leichnam der Königin wurde zum Geländer des Schlafzimmerfensters geschleppt und, so gut wie nackt und völlig blutverschmiert, in den Garten geworfen. “

Beinahe gab es schon 1913 Krieg

Unter der neuen Monarchie behielten die Attentäter ihr Netzwerk bei, die Regierung war zu schwach, ihre Aktivitäten zu unterbinden, und das Nebeneinander von offizieller Beschwichtigungspolitik und andauernden Provokationen durch Freischärler war ein Grund für die verschlechterten Beziehungen zu Österreich-Ungarn.  Wenn es überhaupt einen Bösewicht gibt, in Clarks Vorweltkriegsszenario, dann ist das Serbien. Dem Leser kommt manches aus unguter Erinnerung an die 1990er-Balkankriege bekannt vor: Das Großmachtstreben („wo ein Serbe lebt, ist Serbien“), die Missachtung anderer Ethnien bis hin zu Gräueln und Massakern in eroberten Gebieten, der Opfer- und Todeskult, aber auch die ständige Irreführung der Nachbarn. Serbien hatte 1912 mit Bulgarien Krieg gegen die Türkei geführt, 1913 dann mit Bulgarien um die Beute gestritten; dabei waren auch Teile Albaniens besetzt worden, das nach dem Willen der Großmächte ein unabhängiger Staat werden sollte. Weil die Serben ihre Besatzungstruppen nicht abzogen, wäre es beinahe schon 1913  zum Krieg gekommen, erst ein Ultimatum Österreichs zwang die Serben zum Einlenken.

Aus dieser Erfahrung – die Serben verstehen nur eindeutige Drohungen – resultiert auch das Ultimatum nach dem Attentat am 28. Juni 1914. Österreich verlangte, mit eigenen Beamten an der Untersuchung einer serbischen Beteiligung mitzuwirken (tatsächlich stammten die Waffen aus serbischen Staatsbeständen). Kurz überlegte Serbien, sich den österreichischen Forderungen zu beugen, wurde aber von seinem Verbündeten Russland  gedrängt, hart zu bleiben. Russlands eigenes Szenario sah nämlich einen Balkankrieg  vor, um seinem eigentlichen Ziel, die Meerengen am Bosporus zu kontrollieren, näherzukommen, ein Ziel, das im Frieden unerreichbar war.

Und hinter den Kulissen zogen die Franzosen die Fäden. Sie hatten das größte Interesse einer Revision der europäischen Landkarte: Sie wollten Elsass-Lothringen zurück, das sie 1870 verloren hatten. Das war aber nur möglich, wenn man Deutschland in einen Zweifrontenkrieg verwickelte. Dazu hatte Frankreich das Zarenreich infrastrukturell aufgerüstet: mit hohen Krediten und mit Eisenbahntrassen, die einen schnellen Truppentransport an die deutsche  Grenze ermöglichten. Im Balkan war ein „Zündmechanismus“, wie Clark es nennt, installiert, der dann allerdings ganz Europa zur Explosion brachte.   Österreich wollte nur gegen Serbien kämpfen, Russland nur gegen Österreich, Frankreich mit Russland gegen Deutschland – und mit England, das zwar mit Frankreich einen engen Bund geschlossen hatte, aber nur eingreifen würde, wenn Deutschland als Angreifer in Aktion trat (was dann auch geschah). So entstand aus Bündnissen ein Zwangssystem der Mobilmachung und Kriegserklärung, aus dem keiner mehr hinausfand, obwohl es bis zum Schluss möglich gewesen war und vielen Beteiligten auch möglich schien.

Autor erzählt lehrhafte Vorgeschichte

Lässt sich aus dieser Vorgeschichte, des Ersten Weltkriegs, die Christopher Clark in seinem Buch „Die Schlafwandler“erzählt, etwas lernen?  Ja – nämlich dass jedes Land gut fährt, jedem anderen seine legitimen Interessen zuzugestehen. Also im Grunde jene multiperspektivische Sicht zur Grundlage seines Handelns zu machen, die der Historiker Clark auf die Geschichte anwendet. Österreich-Ungarn etwa galt als todgeweihtes Reich, deshalb stand für die Alliierten gar nicht zur Debatte, dass es überhaupt ein Recht auf Genugtuung hatte. Ein Fehler meint Clark, bei dem das Habsburgerreich überhaupt viel besser wegkommt als im allgemeinen Bewusstsein. Es war wirtschaftlich im Aufschwung, institutionell auf dem Reformweg, und die vielen Völker lebten dort relativ gut, besser jedenfalls als die Minderheiten in Russland und viel besser, als es den Minderheiten in den nach 1918 gebildeten Nationalstaaten erging. Allerdings war es unstreitig ein verkrustetes, schwer manövrierbares Konstrukt mit teilweise absurden Erscheinungen. So schreibt Christopher Clark über die Sitzungen des cisleithanischen Parlaments, also des österreichischen Teils der Doppelmonarchie:

„Da es in Cisleithanien keine Amtssprache gab, gab es auch keine offizielle Sprache für die Parlamentssitzungen. Deutsch, Tschechisch, Polnisch, Ruthenisch, Kroatisch, Serbisch, Slowenisch, Italienisch, Rumänisch und Russisch waren allesamt zugelassen. Es wurden jedoch keine Dolmetscher zur Verfügung gestellt, und es gab keine Möglichkeit, den Inhalt der Reden, die nicht auf Deutsch gehalten wurden, aufzuzeichnen oder zu überwachen, sofern der fragliche Abgeordnete nicht von sich aus beschloss, dem Parlament eine übersetzte Fassung seiner Rede vorzulegen. Abgeordnete selbst aus den kleinsten Fraktionen konnten so unerwünschte Initiativen blockieren, indem sie lange Reden in einer Sprache hielten, die nur  eine Handvoll ihrer Kollegen verstanden. Ob sie tatsächlich auf die Punkte eingingen, die in dem aktuellen Antrag angesprochen wurden, oder einfach lange Gedichte in ihrer eigenen Nationalsprache vortrugen, ließ sich kaum überprüfen.“

Das absurde Theater zog vergnügungssüchtige Wiener und sogar Touristen an, und auch der junge Adolf Hitler saß öfter auf der Besuchergalerie und gab später an, hier seine Abneigung gegen den Parlamentarismus empfangen zu haben. Der Zweite Weltkrieg, den Hitler in gar nicht so ferner Zeit auslösen sollte, war ja nichts anderes als der Versuch, die Ergebnisse des Ersten zu revidieren. Schon deshalb ist die Frage, warum dieser Erste Weltkrieg ausbrach, von mehr als bloß historischem Interesse, und deshalb riskiert Clark auch immer wieder Ausblicke auf jüngere zeithistorische Ereignisse. Nicht zuletzt stellt er heraus, warum heutige Weltkrisen anders verlaufen. 1914 gab es keine funktionierenden internationalen Organisationen, weder UNO noch NATO oder G-20. Außerdem ist heute den Beteiligten eher bewusst, was auf dem Spiel steht. Deshalb ist der Kalte Krieg kalt geblieben, und deshalb hat sich auch die Finanzkrise halbwegs und vorübergehend beherrschen lassen. Die Beteiligten hatten, nach einem Wort des damaligen Finanzministers Steinbrück, „in den Abgrund“geblickt. Das war 1914 anders. Da schlossen die führenden Politiker und Militärs am Ende die Augen und marschierten los. Eben wie Schlafwandler.


WEITERFÜHRENDE INFORMATION

Christopher Clark: Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog. Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz. DVA, München 2013. 896 S., 39.99 Euro  

Übertragen von Quelle : http://www.deutschlandfunk.de/die-schlafwandler-wie-europa-in-den-ersten-weltkrieg-zog.700.de.html?dram:article_id=270753

Video

Schuldkultur und Nationalmasochismus

3 Dez

gefunden auf : http://volksbetrugpunktnet.wordpress.com/2013/12/02/schuldkultur-und-nationalmasochismus/

Veröffentlicht am 23.02.2013

Schuldkultur und Nationalmasochismus

Hintergründe zur Schuldkultur:
In der Bundesrepublik Deutschland (zum Teil auch in anderen Verwaltungsgebieten und Staaten) haben wir es mit einem über die Jahre gewachsenen und in der Gegenwart stark ausgeprägten Phänomen einer neuen politischen und auch zivilgesellschaftlichen Kultur zu tun.
Diese Kultur, die sich in Deutschland seit etwa 20-30 Jahren zu einer Nationalkultur entwickeln konnte, fußte und fußt in der tiefen Überzeugung einiger einflussreicher Gruppen und Einzelpersonen in Deutschland, die die Geschichte Deutschlands und der ganzen deutschen Nation, in einem einseitigen, auf die vermeintliche Schuld der eigenen Vorfahren reduziert und danach ihr Verhalten direkt oder indirekt ausrichten.
Umgangssprachlich entwickelte sich aus dem Begriff der Schuldkutur der ,,Schuldkult”.
Der Schuldkult in der BRD bezog sich während seines schleichenden Entstehungsprozesses zunächst nahezu auf die Epoche des Nationalalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges, wurde dann aber bis heute auch zunehmend auf Ereignisse der deutschen Geschichte vor 1933 und teils sogar nach 1945 ausgebaut.
Als ein wesentlicher Entwicklungsschub hin zu der Etablierung einer Schuldkultur war die Rede von Richard von Weizäcker zum 40-Jährigen Ende des Zweiten Weltkrieges (bzw. zumindest der Kapitunation der deutschen Streitkräfte) am 8. Mai 1985. In dieser Rede stellte er zum einen jede Schuld und Verantwortung der Sieger außer Frage und bürdete seinem eigenen Land gleichzeitig die fundamentale Alleinschuld an allem auf, was in der unkritischen Behauptung einer vermeintlichen grundsätzlichen, pauschalen Befreiung der Deutschen durch den Mai 1945 gipfelte. Eine Annahme die sich auf eines Stützte: Auf ungeteilte Schuldgläubigkeit.
Der unheilvolle Erfolg, bzw. Siegeszug der Schuldkultur stützt sich eben so wie bei der eigenen Geschichtsbetrachtung, wie auch bei den Themen EU und Multikulturalismus auf der schlichten aber effiktiven Tatsache, dass man Kritiker, Wissenschaftler mit gegenteiligen Argumenten nicht in den gesellschaftlichen Diskurs einbaut. Sie dürfen ihre zahlreichen fundierten Thesen und Argumente nicht in den großen Zeitungen abdrucken lassen, oder haben nicht die Möglichkeit in politischen ,,Talkshows” zu sprechen. Dadurch ergibt sich sich dauerhaft eine Manipulation des Volkes.
Von dieser Manipulation lebt letztendlich auch der Schuldkult.Der Bruch demokratischer Spielregeln.

Übertragen von Quelle : http://volksbetrugpunktnet.wordpress.com/2013/12/02/schuldkultur-und-nationalmasochismus/

Videoquelle : http://www.youtube.com/watch?v=PHxxr8nGyHs

Video

Bildfälschungen

27 Okt

Veröffentlicht am 26.10.2013
In diesem Video geht es, um alliierte Bildfälschungen. Sie wurden eingesetzt, um die Bevölkerung eines Landes, dessen Medien man ja kontrollierte, seelisch zu vergiften. Auch heute kursieren Fälschungen, auch heute werden neue Fälschungen gemacht…denn die Umerziehung ist noch nicht vollendet!
Doch noch gibt es einige Freidenker, die sich zur Wehr setzen! Deshalb gibt es auch noch eine Chance….

Quelle : http://www.youtube.com/watch?v=la8tTaHMj50

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Es geht noch weiter ,wer mag , habe noch einen weiteren Videobeitrag dazu gefunden . Kannst du diese Wahrheit darin auch noch ertragen ?

 

Quelle : http://www.youtube.com/watch?v=DxVxEmtT5E4

 

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Auch wenn Wahrheit weh tun , müssen wir uns der Deutschfeindlichen Hetze gegen unser Land und uns dem Volk ,endlich wehren.Ob durch Medien ,Schule oder anerzogen , ist dies eine Propaganda der Siegermächte und wie man immer mehr feststellen muss , ist diese nicht von Wahrheiten geprägt.Sondern diese stellt ein Krebsgeschwür in unserer Nation ,in unserem Land und in unseren Mitmenschen dar und wächst beständig . So werden unsere Mitmenschen zur Schlachtbank getrieben und blöken dabei noch selig. Meine Güte Leute ,werdet verdammt nochmal endlich wach !!!!

In diesem Sinne ….

 

Es war einmal ein Opfervolk

26 Okt
Veröffentlicht am 25. August 2013von 

Wenn die Maske des “Opfervolkes” runter ist, wird die zionistische Fratze des Tätervolks sichtbar “für jeden”. Die Zeit ist nicht mehr fern.

AntisemitismusEs war einmal, 1890 um genau zu sein, als zionistische Juden aus Europa das osmanisch-türkische Reich um Erlaubnis baten, dass eine kleine Handvoll von jüdischen Pilgern (ca. 12.000) im arabischen Land in Palästina siedelt. “Macht euch keine Sorgen.”, sagten sie. “Es ist nur eine kleine, harmlose Religionsgemeinschaft. Glaubt nicht den antisemitischen Verschwörungstheoretikern. Es gibt keinen langfristigen Plan, um Palästina einzunehmen.”
Google: The First Aliyah

Es war einmal, nach dem Ersten Weltkrieg um genau zu sein, als die Zionisten in Europa die Briten baten, die türkische Kontrolle in Palästina wegzunehmen damit die europäischen Juden dort nach dem Krieg siedeln können. “Macht euch keine Sorgen.” sagten sie zu den britischen und lokalen Arabern. “Dies sind nur mittelgroße religiöse Gemeinschaften, die auf kleine Gebiete beschränkt bleiben. Glaubt nicht den antisemitischen Verschwörungstheoretikern. Wir haben kein Interesse an der Übernahme von Palästina oder die Araber zu verdrängen.”
Google: The Balfour Declaration
Google: The British Mandate

Es war einmal, nach dem Zweiten Weltkrieg um genau zu sein, als die Zionisten Europas von der USA & UK eine neue eigene Nation Israel forderten. “Macht euch keine Sorgen.”, sagten sie. “Wir wollen nur die Hälfte von Palästina, so dass Überlebende des Holocausts einen eigenen Staat haben. Glaubt nicht den antisemitischen Verschwörungstheoretikern. Wir haben kein Interesse an den Rest von Palästina.”
Google: The Israel-Palestine Partition

Es war einmal, nach dem Krieg in 1968 um genau zu sein, als die Zionisten sich zusätzliche Landstriche wie die Golanhöhen in Syrien griffen, sie besetzten zeitweise die Sinaihalbinsel in Ägypten und besetzten dauerhaft die palästinensischen Gebiete im Westjordanland und Gaza. “Macht euch keine Sorgen.”, sagten sie der Welt. “Es ist nur zu unserem eigenen Schutz. Glaubt nicht den antisemitischen Verschwörungstheoretikern. Wir haben kein Interesse an einer Übernahme von noch mehr Territorium.”

Es war einmal, 1980 – 2001 um genau zu sein, als die Zionisten viele neue Siedlungen in palästinensischen Gebieten bauten. “Macht euch keine Sorgen.” sagten sie. “Wir wollen eine friedliche 2-Staaten-Lösung. Wir brauchen nur ein wenig zusätzlichen Wohnraum für die ganzen russischen Juden, die ankommen. Glaubt nicht den antisemitischen Verschwörungstheoretikern. Wir haben kein Interesse an einer Übernahme von mehr Territorium nach diesem. ”

Es war einmal, seit 9-11 – 2001 um genau zu sein, als die Zionisten die Palästinenser mit Mauern und Stacheldraht umgeben, flächendeckend ihren überfüllten Viertel bombardierten, ihre Höfe und Farmen den Erdboden gleich machten und schnell ihren Siedlungsbau erweiterten. “Wir tun dies nur zu unserem eigenen Schutz. Glaubt nicht den antisemitischen Verschwörungstheoretikern. Wir haben kein Interesse an der Vertreibung der Palästinenser. ”

Es war einmal, 2006-2013 um genau zu sein, als die Zionisten Druck auf die USA und UK ausübten um Russland und China herauszufordern Krieg gegen Syrien und den Iran zu führen. “Iran wird Atombomben gegen Amerika und Europa einsetzen, wenn wir sie jetzt nicht stoppen! Glaubt nicht den antisemitischen Verschwörungstheoretikern. Wir haben keine Lust den Dritten Weltkrieg einzuleiten.”

Greater_israel

http://www.tomatobubble.com/zionist_plot.html

Es war einmal, nach den Dritten Weltkrieg um genau zu sein, als die Zionisten endlich ihr Ziel eines “Groß-Israel” erreicht hatten, das sich zwischen “den beiden großen Flüssen” vom Nil (Ägypten) bis zum Euphrat (Irak) erstreckt, angefügt mit Teilen aus Jordanien und Syrien.

Das mächtige Israel erklärte dann einer gebrochenen und demoralisierten, ausgeraubten Welt: “OK ihr habt uns ertappt. Wir planten alles schon eine lange Zeit.Die Protokolle der Weisen von Zion: Habt ihr etwa ein Problem damit, ihr Gojim…?”
Israels Apartheitmauer ist illegal – das Gutachten aus Den Haag

+++Wenn du weiterlesen möchtet, kannst du das gerne über folgenden Link tun :

http://totoweise.wordpress.com/2013/08/25/es-war-einmal-ein-opfervolk/

Übertragen von derselben Quelle ,siehe Link …

„Besessen von der deutschen Kriegsschuld“

26 Okt

Mit seinen neuen Thesen zum Kriegsausbruch 1914 provoziert der britische Historiker Christopher Clark heftige Debatten. In Potsdam stellte er sich seinen Kritikern – mit erstaunlichem Ergebnis. Von 

Historiker wetzen keine Messer. Aber sie legen sich geharnischte Argumente bereit, wenn sie gegen ihresgleichen in den Kampf ziehen. So war es auch vor dem Besuch des berühmten Gastes in Potsdam. Im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, in dem ihr Militärgeschichtliches Forschungsamt mittlerweile aufgegangen ist, wurde Christopher Clark erwartet. Sein Buch „Die Schlafwandler“ (DVA) ist der historische Bestseller der Saison, die sechste Auflage ist im Druck, seine Antwort auf die Frage, „wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“, füllt Säle. Auch in Potsdam, der Höhle des Löwen. Denn hier erwarteten den Cambridge-Professor Spezialisten, die ihr Leben einschlägigem Aktenstudium gewidmet haben.

Fünf namhafte Kollegen auf dem Podium versuchten, von der Orthodoxie zu retten, was zu retten ist. Als herrschende Meinung gilt hierzulande, dass Deutschland zwar nicht schuldig, wohl aber hauptverantwortlich für den Ausbruch des Krieges war, von dem eine direkte Linie in den Zweiten Weltkrieg und in den Kalten Krieg führte. Ob er denn seine Gegenthese auf einen Punkt bringen könne, wird Clark gefragt. „Nein. Das ist die Antwort.“

Der Mann mit australischem Pass urteilt nicht, sondern beschreibt, was in den Jahren vor und Wochen nach den Todesschüssen von Sarajewo passiert ist. In London, Belgrad, St. Petersburg, Berlin, Paris oder Wien. Am 1. August seien sie in Berlin fröhlich gewesen, es nur mit Frankreich und Russland zu tun zu haben, wird als Beleg deutschen Risikospiels angeführt. Clark hält mit ähnlichen Glücksbezeugungen über ein gelungenes Spiel in Paris, London und St. Petersburg dagegen.

Mit Charme und rhetorischem Florett

Die Deutschen wussten, dass ihre Politik in einem großen Krieg münden konnte, wird ihm entgegen gehalten. Aber sie wussten nicht, was das für ein Krieg werden würde, sagt Clark. Deutschland war verantwortlich für die strukturellen Vorbedingungen des Krieges, heißt es. Aber diese mussten 1914 nicht zum Krieg führen, argumentiert Clark. Alle wichtigen Akteure trugen ihren Teil dazu bei, weil sie die Komplexität der Krise nicht erkannten.

Mit Charme und rhetorischem Florett erwehrt sich Clark seiner Kontrahenten. Diese stellen die entscheidende Frage erst am Schluss: Ob er keine Angst habe, dass sein Buch als Balsam für die deutsche Seele verstanden werden könne. „Nur in Deutschland wird mir vorgeworfen, ich wäre deutschfreundlich“, entlarvt Clark die deutsche Nabelschau.

Nicht nationale Narrative seien geeignet, die viel zitierte Katastrophe des 20. Jahrhunderts zu begreifen, sondern eine europäische Erzählung. In Europa begann der Erste Weltkrieg, hier lagen seine wichtigsten Schlachtfelder. Und nur ein multipolarer, ein europäischer Blick vermöge die Spielzüge der Akteure verständlich zu machen. Das Publikum applaudiert euphorisch, und die Diskutanten ergeben sich. „Besessen von der deutschen Kriegsschuld“ habe man die europäischen Perspektiven aus dem Blick verloren, gibt einer zu Protokoll.

Es wäre schön, wenn die Vertreter diverser Bundesministerien, die es bis nach Potsdam geschafft hatten, dieses Plädoyer ihren amtierenden und künftigen Dienstherren rapportierten. Denn die Sprach- und Ideenlosigkeit, mit der die Bundesregierung die Vorbereitung zu den 100-Jahr-Feiern des Krieges bislang begleitet, ist so borniert wie peinlich.

 

Video

Benjamin Freedman – Ein Insider warnt Amerika (engl.Orig.+dt.UT)

13 Okt

Ich bin so dankbar ,dieses Video gefunden zu haben und ich danke dem Verfasser des Videos aus ganzem Herzen .Du hast uns mit deinem Video ein Stück Wahrheit wieder gegeben.

Die Rolle der Juden im 1. und 2. Weltkrieg – Eine Rede von Benjamin H. Freedman 1961 im Willard-Hotel

Quelle : http://www.youtube.com/user/kopfschuss911?feature=watch

Historiker stößt Debatte über 1914 an Weltkriegsforscher zweifelt an deutscher Alleinschuld

4 Okt

Vor fast 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg

War das Deutsche Kaiserreich alleine schuld am Ersten Weltkrieg? Und damit am Tod von 17 Millionen Menschen? Nun stellt ein australischer Historiker infrage, was lange als Gewissheit galt. Er erklärt das „wohl komplexeste Ereignis aller Zeiten“.
Deutschland hat den Ersten Weltkrieg angezettelt und trägt die Hauptschuld für die Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Das galt unter Historikern über Jahrzehnte als gesichert. Mit dem „Griff nach der Weltmacht“, wie der Hamburger Historiker Fritz Fischer sein Standardwerk zur Kriegsschuld in den 1960er Jahren nannte, habe Kaiser Wilhelm II. nach den gescheiterten Kolonialabenteuern die Vormachtstellung des Deutschen Reichs in Kontinentaleuropa angestrebt. Die Deutschen stolperten oder schlitterten nicht in den Krieg – sie entschieden sich für ihn, lautete Fischers These.Jetzt stellt der Historiker Christopher Clark diese Lesart infrage – und hat damit Monate vor dem 100. Jahrestag des Weltkriegsbeginns im kommenden Sommer eine Debatte über die Kriegsursachen ausgelöst. Innerhalb kurzer Zeit nach Erscheinen der deutschen Übersetzung ist Clarks 900-Seiten-Wälzer „Die Schlafwandler“ ein Bestseller.

Clark, der bereits eine preisgekrönte Preußen-Geschichte verfasst hat, bricht mit seinem neuen Buch den Konsens auf: Nicht nur Deutschland – alle Mächte Europas zündeten an der Lunte, mit der sich schließlich der Konflikt entlud.

Das wohl komplexeste Ereignis aller Zeiten

Ob in Berlin, Moskau, St. Petersburg, London oder Wien: Monarchen und Militärs, Minister und Diplomaten trieben ihr Spiel so lange, bis ihnen am Ende die militärische Konfrontation als unausweichlich erschien. Mit einfachen Erklärungen kann Clark, der im britischen Cambridge lehrt, nicht helfen: Die Julikrise von 1914, die zur Mobilisierung von Europas Bataillonen und schließlich zum globalen Krieg führte, sei das wohl komplexeste Ereignis aller Zeiten.

Der Australier hat in seiner akribischen Quellenstudie die Mentalität der Herrscher im alten Europa nachgezeichnet. Er beschreibt, wie Vorurteile und Misstrauen die Politik bestimmten, Intrigen und Geheimdiplomatie die labile Vorkriegs-Balance aushöhlten.

Anschlag auf österreichischen Thronfolger war nicht zwangsläufig

Der Krieg, den der Terroranschlag auf den österreichischen Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, und dessen Frau am 28. Juni 1914 in Sarajevo auslöste, erscheint bei Clark nicht als zwangsläufiges Ereignis. Wenn nur einer der beteiligten Staaten die Notbremse gezogen hätte, wäre die Tat des serbischen Nationalisten Gavrilo Princip heute eine Fußnote der Geschichte, meint er. Das Sterben von mehr als 17 Millionen Menschen hätte verhindert werden können.

Clark beschreibt, wie Deutschland, Österreich-Ungarn, Frankreich, Russland und Großbritannien (dazu kommen Italien und das Osmanische Reich) in einem Wirrwarr aus Versprechungen, Drohungen, Plänen und Prognosen gefangen waren. Ob der deutsche Kanzler Bethmann Hollweg oder seine Kollegen in Paris oder Moskau: Clark schildert, wie die Staatsmänner die Interessen ihrer Regierungen in den Vordergrund stellten und sich kaum für die Konsequenzen ihres Handelns interessierten.

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Historiker stößt Debatte über 1914 an   Serbien wird zum Katalysator des Konflikts

So war es wohl kein Wunder, dass die Schüsse von Sarajevo genügten, um das europäische Gebilde vor 1914 in Stücke zu reißen. So blickt Clark zunächst auf die serbischen Schreckensgespenster. Am Anfang seiner Schilderung steht ein Königsmord am Belgrader Hof im Jahr 1903. Hinter den blutigen Ereignissen stehen jene serbischen Nationalisten, deren Anschlag später den Krieg auslösen wird. In den folgenden elf Jahren wird der Vielvölkerstaat Serbien als Zankapfel der europäischen Mächte zum Katalysator des Konflikts.

Clark widmet dem österreichisch-serbischen Streit viel Platz. Er weist auf Möglichkeiten hin, wie der Kriegsausbruch doch noch hätte verhindert werden können. So habe Erzherzog Franz Ferdinand noch eine Reform der Donaumonarchie angestrebt.

Schlafwandler: „wachsam, aber blind“

Doch nicht nur in Wien, auch in Paris oder London sieht Clark schwere Versäumnisse. Frankreich sei vor allem darauf bedacht gewesen, Deutschland in Schranken zu halten. Großbritannien betrieb die Existenzsicherung des Empires. Die Allianzen mit Russland und Frankreich dienten diesem Ziel. Und wirklich ernst genommen wurden die Deutschen nicht: Der Kaiser galt als tollpatschiger Möchtegern, starke Worte aus Berlin wurden als Bluff eingestuft.

Dem deutschen Reich wurde eine untergeordnete Rolle zuerkannt, wie Clark am Beispiel des britischen Außenministers Edward Grey, eines notorischen „Deutschlandhassers“, zeigt. Nicht die Entscheidung Berlins, die deutsche Kriegsflotte auszubauen, habe die Entente-Mächte Russland, Frankreich und Großbritannien gegen Deutschland und Österreich-Ungarn zusammengeschweißt. Sorgen habe vor allem die schnelle Industrialisierung Deutschlands und die Eroberung neuer Märkte bereitet.

Doch von Schuldzuweisungen hält Clark wenig. Ihn interessiert, wie die Mechanismen der Macht zum Desaster führten. Die Protagonisten von 1914 seien Schlafwandler gewesen, schreibt er am Ende, „wachsam, aber blind“, unfähig, die Realität der Kriegsgräuel zu erkennen, die vom 28. Juli 1914 an ihren Lauf nahmen.

Übertragen von Quelle : http://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/tid-33895/wer-zettelte-den-ersten-weltkrieg-an-historiker-stellt-deutschlands-kriegsschuld-infrage_aid_1119586.html

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Die Wahrheit findet ihren Weg  und mich stimmt es froh ….

In diesem Sinne …

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