Archiv | Kriegsverbrechen an unserem Volk RSS feed for this section
Video

Kriegsvorbereitungen gegen Rußland

11 Jun

Auch wenn viele es noch immer nicht glauben , aber der 3.Weltkrieg rückt leider in gefährliche Nähe.Wer immer noch denkt, das politische Geschehen weltweit gänge ihn nichts an, sollte langsam mal seine Scheuklappen wegwerfen.Denn genau genommen stehen wir kurz davor und dieser Krieg wird uns alle betreffen.Da jener mit aller Wahrscheinlichkeit in Europa und auch besonders auf deutschen Boden ausgefochten werden wird.

Der Urheber dieses Videos fordert alle auf , dieses Video zu verbreiten,dem wir natürlich gerne nachkommen .

Videoquelle : http://www.youtube.com/watch?v=s0va72_41eI

 

Um dieses Video noch zu untermauern , gibt es seit kurzen diverse Videos bei YouTube die eindeutig beweisen,das die Nato sich angriffstechnisch aufstellt .Oder wozu sonst werden Angriffspanzer in Massen in diverse Länder aufgestellt und transportiert ?

 

Videoquelle : http://www.youtube.com/watch?v=MUfvY4z8PCg

 

In diesem Sinne …

Obamas Rückzieher und das Projekt einer Neuen Weltordnung

10 Dez

15.09.2013

Richard K. Moore

»Wir stehen kurz vor einer weltweiten Umgestaltung. Wir brauchen jetzt nur noch die richtige größere Krise, und die Länder werden die Neue Weltordnung akzeptieren.«

David Rockefeller

»Die Amerikaner wären heute empört, wenn Truppen der Vereinten Nationen in Los Angeles einmarschierten, um die öffentliche Ordnung wiederherzustellen, morgen werden sie dankbar sein.«

Henry Kissinger

Wie Kissinger andeutete, wird die neue Ordnung Henry Kissinger nicht in Form eines Putsches in der Dritten Welt mit offener militärischer Gewalt eingeführt werden. Vielmehr wird ein allgemeines Umfeld der Art geschaffen werden, dass die Neue Weltordnung (NWO) als Rettung der

Menschheit begrüßt werden wird. Es wäre eine große Überraschung, sollte tatsächlich ein anderer Weg beschritten werden. Bisher war es immer übliche Praxis des amerikanischen Establishments, bei weltweiten »Großprojekten« dieser Art dafür zu sorgen, dass die öffentliche Meinung jubelnd hinter ihm steht.

In beiden Weltkriegen etwa inszenierte die vorherrschende wirtschaftliche Elite die Entwicklung hin zu den beiden Kriegen und verwendete große Mühe darauf, sicherzustellen, dass die ausgewählten Gegner vor der Welt als die eigentlichen Aggressoren dastünden. Als Folge davon zogen die jeweiligen Bevölkerungen enthusiastisch in den Krieg. Sie waren überzeugt, nicht nur in »Selbstverteidigung« zu handeln, sondern auch den »letzten aller Kriege« zu führen, der alle weiteren Kriege überflüssig machen werde, oder einfach »den Faschismus zu bekämpfen«. Gedankenkontrolle gehört zu den wirksamsten Werkzeugen zur Mobilisierung der Bevölkerung.

Was nun die wirtschaftlichen Verhältnisse angeht, so befördern die gleichen kapitalistischen Eliten eine auf Märchen beruhende Umweltschutzideologie im Allgemeinen und eine Klimahysterie im Besonderen, so dass einer begeisterten Bevölkerung eine bis ins Kleinste regulierende Technokratie als Sieg grünen Denkens verkauft werden kann. Im Zusammenhang mit der Strategie des Übergangs zur NWO bedeutete der bewusst herbeigeführte Zusammenbruch von 2008 das Ende der alten Wirtschaftsordnung. Wir befinden uns derzeit bereits in einer Art Planwirtschaft, in der immer mehr Haushalte souveräner Nationen von der Zustimmung der Zentralbanker abhängig sind.

Im September 2001 setzten die gleichen wirtschaftlichen Eliten ihr neues Verständnis von Bürgerrechten und des Völkerrechts durch. Im September 2008 gestalteten sie dann den Charakter der Wirtschaft neu. Derzeit erleben wir den September 2013, und es hat den Anschein, als wären

sie dabei, das Wesen der Geopolitik neu zu bestimmen.

In »Syrien und das Projekt einer Neuen Weltordnung« stellte ich dar, womit wir im Rahmen der üblichen Geopolitik in der näheren Zukunft zu rechnen hätten. Dabei wies ich darauf hin, dass wir es heute mit einer ähnlichen Situation miteinander konkurrierender und gegeneinander gerichteter Bündnissysteme wie vor dem Ersten Weltkrieg zu tun hätten. Ein Angriff der USA auf Syrien würde dabei mit Sicherheit zu einer gefährlichen Eskalation führen, die sich zu einem nuklearen Schlagabtausch entwickeln könnte – eine Koalition der Willigen steht bereit, amerikanische Kriegsschiffe liegen vor der syrischen Küste in Stellung, der Iran und Israel haben den zuckenden Finger am Abzug, und Obama ist entschlossen, an seiner »roten Linie« festzuhalten.

Aber zu meiner großen Überraschung explodierte die nächste Bombe nicht in Syrien: Sie ging in London hoch. Zum ersten Mal seit 400 Jahren versagte das britische Parlament dem Premierminister bei einem außenpolitischen »Abenteuer« die Gefolgschaft. Und eine noch größere Bombe explodierte in Washington. Obama machte in einer demütigen Rede einen Rückzieher hinsichtlich seiner »roten Linie«. Der Präsident machte nicht nur einen geschwächten und unentschlossenen Eindruck. Es schien auch, als gäbe das Weiße Haus die seit den Anschlägen vom 11. September 2001 vertretene Doktrin auf, nach eigenem Gutdünken überall intervenieren zu können.

Nachdem sie zuvor so schwerwiegende Argumente für die Notwendigkeit sofortigen Handelns vorgebracht und ihrer unerschütterlichen Entschlossenheit zu eben diesem Handeln Ausdruck verliehen hatten, hinterließen diese Rückzieher einen dramatischen Eindruck. Niemand hatte damit gerechnet. Darüber hinaus markieren sie eine deutliche Abkehr von der Politik und Geopolitik der Drohgebärde, die die Jahre nach den Anschlägen von 2001 geprägt hat.

Beginnend unter Bush und Blair hatten die USA und Großbritannien in der ganzen Zeit nach den Anschlägen vom 11. September mehr oder weniger in einem Zustand des »nationalen Notstands« agiert. Normale verfassungsmäßige Verfahrensweisen wurden aufgrund der angeblich überalllauernden Terrorgefahr systematisch ignoriert, und auch das Völkerrecht fand gegenüber mutmaßlichen terroristischen Gruppen und Staaten, die Terroristen unterstützten, keine Anwendung mehr. Und dieser Trend in Richtung einer schier unbegrenzten Macht der Exekutive sowie einer stärkeren Aggressivität und Kriegslust in den internationalen Beziehungen hielt lange an.

Ich behaupte, diese Rückzieher, die überraschende Wendung, dass sich die Exekutive wieder an die Parlamente wendet, steht für eine symbolische Rückkehr zum Rechtsstaatsprinzip, für eine symbolische Rückkehr zu Konsultationen und Nachdenklichkeit im Gegensatz zur bisher vorherrschenden Cowboy-Manier. Und tatsächlich scheinen diese führenden Politiker »der Bevölkerung zuzuhören«. Dies alles deutet auf eine grundlegende Wende, einen Umbruch im Verhalten der beiden geopolitisch aktivsten Nationen und damit auf einen Umbruch in der Geopolitik im Allgemeinen hin.

Wenn man versteht, dass wir uns derzeit inmitten der turbulenten Schlussphase des Versuchs des amerikanischen Establishments und seiner Helfershelfer befinden, ihre Neue Weltordnung durchzusetzen, fallen eine Analyse und das Verständnis der Bedeutung der gegenwärtigen Entwicklungen sehr viel leichter.

Dass wir derzeit Zeuge zu sein scheinen, wie sich eine derartige grundlegende Wende auf weltweiter Ebene vollzieht, die von den wichtigsten Klientelstaaten initiiert wurde, die damit den Forderungen einflussreicher Interessen- und Lobbygruppen entsprechen, bedeutet, dass wir in eine neue Phase der Verwirklichung des Projekts der Neuen Weltordnung eingetreten sind. Hinter diesen Veränderungen steht die Absicht, eine Weltregierung einzusetzen, und der jetzige Umbruch deutet darauf hin, dass eine nukleare Konfrontation nicht mehr das Mittel der Wahl ist. Wir standen kurz vor dem Ausbruch einer Eskalation, die zunächst Syrien und dann den Iran und schließlich auch Israel und Russland zu erfassen drohte. Und jetzt ist auf einmal alles anders. Was für eine Erleichterung.

Und das ist der entscheidende Punkt: Es ist eine Erleichterung. Um diese neue Phase des NWO-Projekts zu verstehen, müssen wir noch einmal einen Schritt zurücktreten und das Szenario noch einmal als Ganzes betrachten. Jede krisenhafte Entwicklung, die auf die Anschläge vom 11. September 2001 folgte, und dazu gehören alle Interventionen und Regimewechsel, war inszeniert und manipuliert. Wir haben es hier mit einem klassischen Fall von »Erzeuge erst eine Krise und präsentiere dann die Lösung« zu tun. Oder in der Logik der »Schock-Doktrin«: Unter Krisenbedingungen kann man auch das durchsetzen und erreichen, was man unter normalen Umständen niemals erreicht hätte.

Auf der Bühne sehen wir Großmächte, die sich wieder an das Rechtsstaatlichkeitsprinzip halten und ihren Parlamenten den Vorrang bei der Gestaltung der Politik zurückgeben wollen. Der nächste folgerichtige Schritt in diesem Umbruchsszenario bestünde jetzt darin, die gleiche Entwicklung auf weltweiter Ebene zu vollziehen. Das hieße, die Großmächte erkennen das Primat der Vereinten Nationen (UN) an und stellen auch auf weltweiter Ebene und in den internationalen Beziehungen wieder die »Herrschaft des Rechts« her. Und das Gefühl, gerade noch einmal einer Konfrontation der Großmächte entkommen zu sein, erzeugt in der Öffentlichkeit ein Klima, das die Durchsetzung und Machtergreifung der seit Langem geplanten Weltregierung im Rahmen der Neuen Weltordnung begünstigt.

Es ist noch nicht absehbar, wie die weitere Entwicklung unter diesem Szenario aussehen soll. Aber wir können mehr als sicher sein, dass noch weitere Überraschungen folgen werden. Was das weitere Vorgehen der USA, Großbritanniens und der Europäischen Union angeht, kann man davon ausgehen, dass sie einem schon fertiggestellten Drehbuch folgen, da alle diese Akteure auf die Weisungen einflussreicher wirtschaftlicher Interessen reagieren. Russland und China bleiben zwar unabhängige Akteure, aber ihr Eigeninteresse dürfte sie dazu bewegen, Initiativen zu unterstützen, die auf eine friedliche Kooperation zwischen den Großmächten hinauslaufen. Es ist damit zu rechnen, dass sich auf den kommenden Gipfeltreffen »große Neuigkeiten« ergeben werden.

Eine sehr zweckdienliche Lösung der Krise liegt bereits auf dem Tisch und wartet nur darauf, umgesetzt zu werden. Die Krisen in Syrien und Ägypten wurden manipuliert und sind lösbar. Die Versorgung der Söldner-Terroristen in Syrien mit Waffen kann eingestellt werden, und in Ägypten könnte die mit den USA verbündete Armee zügelnd eingreifen. Diese Dinge könnten im Gewande wie auch immer gearteter UN-Missionen daherkommen, so dass die Vereinten Nationen zum Helden des Tages würden.

Wie dies im Einzelnen ablaufen wird, bleibt der Spekulation überlassen. Aber mit dieser Art von Entwicklungen müssen wir in der nahen Zukunft rechnen. Ein weiteres Feld für spektakuläre Krisenlösungen bietet die internationale Schuldenkrise. Man könnte hier an einen allgemeinen Schuldenerlass denken, der mit der Ausgabe einer neuen, von den Vereinten Nationen herausgegebenen Währung verbunden werden könnte. Für denjenigen, der für die Entstehung der Probleme verantwortlich ist, ist es nicht allzu schwierig, sie auch wieder loszuwerden, und zwar auf eine Art und Weise, die den eigenen Interessen dient.

Im Grunde wird der Welt eine Geburtstagsüberraschung präsentiert: Frieden für unsere Zeit, die Herrschaft des Rechts, eine Ära internationaler Zusammenarbeit und die Chance, die drängendsten Probleme der Menschheit zu lösen. Wenn diese Visionen in den kommenden Wochen und

Monaten verbreitet werden, kann man sich die optimistische Stimmung leicht ausmalen, die von den weltweiten Medien in der krisengeschüttelten Bevölkerung hervorgerufen werden dürfte. Die Menschen werden dankbar die Neue Weltordnung annehmen, und mein Ziel war es, in diesem Artikel einige der Mittel und Werkzeuge darzulegen, mit denen dieses gewünschte Ergebnis erzielt werden könnte.

Wo Zuckerbrot ist, ist auch die Peitsche nicht weit. Die friedensverheißende Neue Weltordnung ist das Zuckerbrot, und die Peitsche hat die Form einer Verteufelung der alten Ordnung. Nehmen wir bspw. dieses Video einer Rede des früheren Oberkommandierenden der NATO in Europa, SACEUR Wesley Clark, die gegenwärtig im Internet die Runde macht. Dort sagte er zusammengefasst:

»Ein politischer Putsch nach den Anschlägen vom 11. September 2001: ›Einige abgebrühte Personen übernahmen die Kontrolle der amerikanischen Politik, und sie machten sich nicht einmal die Mühe, die übrigen von uns zu informieren.‹ Sechs Wochen nach den Anschlägen wurde Clark von einem Offizier aus dem Vereinigen Generalstab berichtet, man habe gerade ein Memorandum aus dem Verteidigungsministerium erhalten. Der Offizier erklärte: ›Wir werden in fünf Jahren die Regierungen von sieben Ländern angreifen und zerstören. Dabei beginnen wir mit dem Irak und nehmen uns dann Syrien, den Libanon, Libyen, Somalia, den Sudan und den Iran vor.‹«

Übertragen von Quelle : http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/richard-k-moore/obamas-rueckzieher-und-das-projekt-einer-neuen-weltordnung.html

Jetzt amtlich: Deutschland schuldlos am Weltkrieg

4 Dez

gefunden auf : http://astrologieklassisch.wordpress.com/2013/12/04/jetzt-amtlich-deutschland-schuldlos-am-weltkrieg/

___________________________________________________________________________

DIE SCHLAFWANDLER                                                                                                                                                      Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog

Von Martin Ebel

Ein Porträt des Schriftstellers Christopher Clark. Er trägt einen dunklen Anzug und eine rote Krawatte.

Christopher Clark´s „The Sleepwalkers. How Europe Went to War in 1914“ erscheint jetzt auch auf Deutsch. (Picture Alliance / dpa / Arno Burgi)

Das Buch „Die Schlafwandler“ des Australiers Christopher Clark liegt jetzt auch auf Deutsch vor, hat hymnische Besprechungen geerntet, aber auch Widerspruch. Das Deutsche Kaiserreich, so Clark, hat nicht mehr zum Ausbruch des Weltkrieges beigetragen als die anderen vier Großmächte Frankreich, England, Russland und Österreich-Ungarn.

Der Historiker, nach Leopold von Rankes berühmter Anweisung, solle erforschen und beschreiben, „wie es eigentlich gewesen“sei. Kein Historiker wird heute bestreiten, genau das anzustreben. Und doch betrachten viele, unbewusst oder bewusst, das Gewesene  durch die Brille der eigenen Gegenwart, deuten oder verbiegen die Vergangenheit im Lichte aktueller Interessen. Ganz extrem so war es nach dem Ersten Weltkrieg, als die Schuld der Deutschen explizit im Versailler Vertrag festgehalten wurde und deutsche Historiker alles daran setzten, dies  zu widerlegen, während die Historiker der Alliierten das entgegengesetzte Ziel verfolgten. Später beherrschte eine Weile die These das Feld, alle Beteiligten seien in den Krieg „geschlittert“, bis sich in den 1960er-Jahren nach der sogenannten Fischer-Kontroverse auch in Deutschland die Position durchsetzte, Hauptverursacher sei der deutsche Militarismus  mit seinem Streben nach der Weltmacht gewesen.

Jetzt steht womöglich ein neuer Paradigmenwechsel an.

Das Buch „Die Schlafwandler“ des Australiers Christopher Clark, der in Cambridge lehrt, hat schon bei Erscheinen der Originalausgabe für Furore gesorgt, jetzt, kurz bevor sich der Kriegsausbruch zum 100. Mal jährt, liegt es auch auf  Deutsch vor, hat hymnische Besprechungen geerntet („Das Buch des Jahres“), aber auch Widerspruch. Denn wenn man wollte, könnte man daraus eine Relativierung der deutschen Kriegsschuld lesen: Das Deutsche Kaiserreich, so Clark, hat nicht mehr zum Ausbruch des Weltkrieges beigetragen als die anderen vier Großmächte Frankreich, England, Russland und Österreich-Ungarn.

Diese Lesart wäre keine falsche, aber eben eine verkürzte. Denn um Schuldfragen geht es Christopher Clark gerade nicht. Ihn interessiert, welche Kräfte beteiligt waren, ein Ereignis von nie da gewesener Zerstörungskraft zustande zu bringen, mit 20 Millionen Toten, ebenso viel Verwundeten und drei untergegangenen Imperien – und das so kein Beteiligter gewollt hatte. Dafür hat er nicht nur die vorhandene Forschungsliteratur ausgewertet, sondern auch ein schier unüberschaubares Quellenmaterial – ein, wie er betont, dennoch lückenhaftes und vielfach tendenziöses Quellenmaterial. Clark gelingt es, die     Jahre vor 1914 gleichsam multiperspektivisch in den Blick zu nehmen. Betrachtet man nämlich nur einen Player, ordnen sich alle Ereignisse nur in Bezug auf dessen Ziele, Interessen und Ängste. Erst die Gegenüberstellung von mindestens fünf Sichtweisen bringt den Betrachter der Wahrheit näher – auch wenn diese Wahrheit ungeheuer kompliziert ist.

„Julikrise ist das komplexeste Ereignis der heutigen Zeit“

Der multiperspektivische Zugang ist eine der großen Qualitäten dieses Buches, eine weitere die Fähigkeit, wie eine Kamera mal mit dem Weitwinkelobjektiv das Geschehen zu betrachten, mal ganz nah heranzuzoomen, in die Parlamentssäle und die Hinterzimmer der Macht, in die Intrigenstadel der Kabinette, wo Mehrheiten und  Entscheidungen nach manchmal recht unpolitischen Motiven zustande kamen. Je näher der Autor den Beteiligten kommt, desto detaillierter wird das Bild, aber auch desto verwirrender. Clark selbst vergleicht das Spiel der Großmächte mit einem Billardspiel, wo die Bahn jeder Kugel die Lage der anderen beeinflusst. Ein treffender und doch viel zu einfacher Vergleich: Denn hier ist jede Kugel „unrund“, keine Bahn berechenbar, da im Innern jeder Kugel antagonistische Kräfte miteinander ringen.

In jedem Staat gab es Kriegshetzer und Pazifisten im Machtzentrum, kämpften Militärs, Diplomaten, Parlamentarier, Minister und Monarchen um die richtige Politik. Viele Staaten hatten keine konsistente Strategie oder wechselten diese plötzlich. Dabei sandten sie missverständliche oder widersprüchliche Signale nach außen. Auch die öffentliche Meinung war ein Faktor in diesem Kräftespiel, die Massenpresse trat als Akteur erstmals entscheidend in Aktion.

„Die meisten Konflikte, welche die Welt im Laufe der letzten Jahrzehnte gesehen hat, sind nicht hervorgerufen worden durch fürstliche Ambitionen oder ministerielle Umtriebe, sondern durch leidenschaftliche Erregung der öffentlichen Meinung, die durch Presse und Parlament die Exekutive mit sich fortriss.“

Der deutsche Reichskanzler Bernhard von Bülow, der dies 1909 vor dem deutschen Parlament sagte, unterschlug dabei, dass die genannte Presse oft von der Regierung gefüttert, gelenkt und instrumentalisiert wurde – auch in den Ländern, wo sie mehr oder weniger frei war, war sie ein Instrument der Politik. Selbst Affären konnten die Weltpolitik beeinflussen; der österreichische Generalstabschef Conrad war auf zwanghafte Weise in eine verheiratete Frau verliebt, ein gewichtiges Motiv für seine Kriegstreiberei gegen Serbien:

„Nur als siegreicher Kriegsheld wäre er, so glaubte Conrad, imstande, die gesellschaftlichen Hindernisse aus dem Weg zu räumen und den Skandal zu überstehen, der mit der Heirat einer prominenten, geschiedenen Frau verbunden war. In einem Brief an Gina fantasierte er von der Rückkehr von einem „Balkankrieg“, den Lorbeerkranz des Siegers auf dem Haupt, wie er alle Warnungen in den Wind schlägt und sie zu seiner Frau macht.“

Die Aufmerksamkeit der Franzosen wiederum war noch im Juli 1914, als es schon Spitz auf Knopf stand, viel stärker als vom drohenden Krieg  gefesselt vom Prozess gegen Madame Caillaux, die Frau des ehemaligen französischen Ministerpräsidenten, die den Chefredakteur des „Figaro“erschossen hatte, weil dieser ihren Mann durch die Veröffentlichung von Liebesbriefen diskreditieren wollte. Kurz: Kein Detail ist zu gering, um nicht von Christopher Clark in seinem Buch „Die Schlafwandler“auf seine Bedeutung für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges geprüft und letztlich für wichtig befunden zu werden.

So ist es auch mit der ungemein farbigen Galerie von Persönlichkeiten, bei deren Betrachtung man den Eindruck gewinnt, dass, wenn eine einzige gefehlt hätte, die Geschichte anders verlaufen wäre – insofern stellt Clarks Buch die Anwendung des „Schmetterlingseffekts“auf die Geschichtswissenschaft dar. Ein Unternehmen, das zu lähmender Langeweile führen könnte – wenn der Autor nicht ein so brillanter Disponent seines Materials und ein so glänzender Stilist wäre. Wer sich auf die fast 900 Seiten einlässt, der wird über Tage oder Wochen, je nach Lesetempo, in eine Story von ungeheurer Dramatik verwickelt. Natürlich weiss jeder Leser, wie die Geschichte ausgehen wird; aber spannend bleibt sie, weil in Clarks Darstellung bis zuletzt die Möglichkeit eines anderen, eines friedlichen Ausgangs erhalten bleibt. Und das ist kein literarischer Kunstgriff; noch in den letzten Tagen hätte sich dieser Krieg vermeiden lassen.

Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand

Die Wochen zwischen dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und dem Kriegsausbruch nehmen einen großen Teil der „Schlafwandler“ein, zu Recht, weil sich hier zuspitzte und radikalisierte, was in den Jahren zuvor angelegt war. Aber auch, weil eben auch jetzt noch eine Alternative zum großen Morden bestand. Es hätte nicht dazu kommen müssen.

Zwar war Europa durch zwei Bündnisse geteilt, die auf eine Konfrontation hinausliefen: Hier die Entente mit England und Frankreich sowie dem verbündeten Russland, dort der Dreibund Deutsches Reich, Österreich-Ungarn und Italien. Es gab aber zwischen England und Russland erheblich größere Interessenkonflikte als zwischen England und Deutschland. Die Aufrüstung der deutschen Flotte, die oft als ein Kriegsgrund genannt wird, war laut Clark nicht so wichtig; England konnte sich seiner bleibenden maritimen Übermacht sicher sein. Viel beunruhigender war für das Empire das aggressive Vorgehen der Russen in Persien und in China, Weltgegenden, die weit von Europa entfernt waren, die aber die Kolonialmächte, als ihre vitalen Interessen ansahen. England hätte also eine andere, an Deutschland angelehnte und gegen Russland gerichtete Außenpolitik betreiben können. Indes beschreibt Clark dezidiert, wie Deutschland mit seiner unablässig wachsenden Wirtschaft als gefährlicher Konkurrent auf dem Kontinent von einer Fraktion im Außenministerium regelrecht inszeniert wurde. Bei Kriegsausbruch hatte diese  Fraktion die Übermacht.

„Die britische Außenpolitik hatte sich – genau wie die amerikanische Außenpolitik des 20. Jahrhunderts – stets auf Szenarien der Bedrohung und Invasion gestützt. Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die Ängste vor einer französischen Invasion regelmäßig die politischen Eliten gelähmt; in den neunziger Jahren hatte Russland, dessen Kosakenhorden jeden Moment in Indien und Essex einmarschieren konnten, in der britischen politischen und öffentlichen Vorstellung Frankreich verdrängt. Jetzt war Deutschland an der Reihe.“

Die treibende Kraft dieser Politik war Edward Grey, von 1905 bis 1916 Außenminister des britischen Königreichs. Clark widmet ihm eines seiner hinreißenden Porträts, die, ohne zu menscheln, die Kabinettspolitik jener Jahre anschaulich machen.

Grey war ein großer Naturliebhaber

„Grey war ein Außenminister, der kaum etwas über die Welt außerhalb Großbritanniens wusste, niemals großes Interesse an Reisen gezeigt hatte, keine einzige Fremdsprache sprach und sich in Gesellschaft von Ausländern unwohl fühlte.  Als junger Mann hatte er kaum Anzeichen für Wissensdurst, politische Ambitionen oder Ehrgeiz gezeigt. Er vertrödelte seine Jahre am Balliol Kollegs in Oxford, wo er den größten Teil seiner Zeit darauf verwendete, Tennis-Champion zu werden, bevor er mit einer Drei in Jura sein Examen machte. Das Fach hatte er gewählt, weil es dem Vernehmen nach einfach war. Als Erwachsener pflegte er stets das Bild eines Mannes, für den Politik eine lästige Pflicht war, nicht eine Berufung. Grey war ein großer Naturliebhaber, Vogelbeobachter und Angler. Um die Jahrhundertwende war er bereits weithin bekannt als Autor eines zur Recht gefeierten Aufsatzes über das Angeln mit Fliegen. Sogar als Außenminister neigte er dazu, seinen Schreibtisch für einen Ausflug aufs Land zu verlassen, und mochte es überhaupt nicht, wenn er früher als absolut notwendig nach London gerufen wurde. Dennoch entwickelte Grey einen starken Machthunger und eine Bereitschaft, konspirative Methoden einzusetzen, um an die Macht zu gelangen und sie zu behalten. Verschwiegenheit und eine Vorliebe für diskrete Machenschaften hinter den Kulissen blieben ein Wahrzeichen seiner Arbeit als Außenminister. Er sorgte dafür, dass sich die britische Politik in erster Linie auf die „deutsche Gefahr“konzentrierte.“

Natürlich waren dann die Schüsse in Sarajevo am 28. Juni 1914 das entscheidende, kriegsauslösende Ereignis. Aber selbst sie waren vermeidbar; die serbische Regierung wusste, dass sich eine Gruppe von Attentätern über die Grenze nach Bosnien-Herzegowina aufgemacht hatte, sie hatte auch eine Warnung nach Wien geschickt, aber so vage, dass sie keine Reaktionen auslöste (wäre sie konkreter gewesen, hätte sich die Regierung als Mitwisser kompromittiert). Aber das Attentat war nur das letzte Element einer fatalen Folge von Ereignissen, Missverständnissen, Fehlern und aktiver Kriegstreiberei. Deshalb beginnt Christopher Clark seine „Schlafwandler“mit einem anderen Attentat: Am 11. Juni 1903 stürzte eine Gruppe Offiziere den unbeliebten serbischen König Alexander. Es war mehr als ein Putsch, es war ein Massaker. Der König und seine Königin hatten sich in einer Geheimkammer hinter dem Schlafzimmer versteckt, kamen aber, als der dazu gezwungene Adjutant Petrovic ihn rief, heraus, nachdem er sich des Ehrenworts der Offiziere versichert hatte.

„Der König erschien, vor Angst zitternd, die Brille auf der Nase und notdürftig mit dem roten Hemd bekleidet, in seinen Armen die Königin. Das Paar wurde in einem Kugelhagel aus nächster Nähe niedergeschossen. Petrovic, der einen versteckten Revolver in einem aussichtslosen Versuch zog, seinen Herrn zu schützen, wurde ebenfalls getötet. Es folgte eine Orgie sinnloser Gewalt. Die Leichen wurden, laut der späteren Aussage des traumatisierten italienischen Barbiers des Königs, dem man den Befehl erteilte, die Körper abzuholen und sie für das Begräbnis einzukleiden, mit Säbeln zerstochen, mit einem Bajonett aufgerissen, teilweise ausgenommen und mit einer Axt zerhackt, bis sie zur Unkenntlichkeit verstümmelt waren. Der Leichnam der Königin wurde zum Geländer des Schlafzimmerfensters geschleppt und, so gut wie nackt und völlig blutverschmiert, in den Garten geworfen. “

Beinahe gab es schon 1913 Krieg

Unter der neuen Monarchie behielten die Attentäter ihr Netzwerk bei, die Regierung war zu schwach, ihre Aktivitäten zu unterbinden, und das Nebeneinander von offizieller Beschwichtigungspolitik und andauernden Provokationen durch Freischärler war ein Grund für die verschlechterten Beziehungen zu Österreich-Ungarn.  Wenn es überhaupt einen Bösewicht gibt, in Clarks Vorweltkriegsszenario, dann ist das Serbien. Dem Leser kommt manches aus unguter Erinnerung an die 1990er-Balkankriege bekannt vor: Das Großmachtstreben („wo ein Serbe lebt, ist Serbien“), die Missachtung anderer Ethnien bis hin zu Gräueln und Massakern in eroberten Gebieten, der Opfer- und Todeskult, aber auch die ständige Irreführung der Nachbarn. Serbien hatte 1912 mit Bulgarien Krieg gegen die Türkei geführt, 1913 dann mit Bulgarien um die Beute gestritten; dabei waren auch Teile Albaniens besetzt worden, das nach dem Willen der Großmächte ein unabhängiger Staat werden sollte. Weil die Serben ihre Besatzungstruppen nicht abzogen, wäre es beinahe schon 1913  zum Krieg gekommen, erst ein Ultimatum Österreichs zwang die Serben zum Einlenken.

Aus dieser Erfahrung – die Serben verstehen nur eindeutige Drohungen – resultiert auch das Ultimatum nach dem Attentat am 28. Juni 1914. Österreich verlangte, mit eigenen Beamten an der Untersuchung einer serbischen Beteiligung mitzuwirken (tatsächlich stammten die Waffen aus serbischen Staatsbeständen). Kurz überlegte Serbien, sich den österreichischen Forderungen zu beugen, wurde aber von seinem Verbündeten Russland  gedrängt, hart zu bleiben. Russlands eigenes Szenario sah nämlich einen Balkankrieg  vor, um seinem eigentlichen Ziel, die Meerengen am Bosporus zu kontrollieren, näherzukommen, ein Ziel, das im Frieden unerreichbar war.

Und hinter den Kulissen zogen die Franzosen die Fäden. Sie hatten das größte Interesse einer Revision der europäischen Landkarte: Sie wollten Elsass-Lothringen zurück, das sie 1870 verloren hatten. Das war aber nur möglich, wenn man Deutschland in einen Zweifrontenkrieg verwickelte. Dazu hatte Frankreich das Zarenreich infrastrukturell aufgerüstet: mit hohen Krediten und mit Eisenbahntrassen, die einen schnellen Truppentransport an die deutsche  Grenze ermöglichten. Im Balkan war ein „Zündmechanismus“, wie Clark es nennt, installiert, der dann allerdings ganz Europa zur Explosion brachte.   Österreich wollte nur gegen Serbien kämpfen, Russland nur gegen Österreich, Frankreich mit Russland gegen Deutschland – und mit England, das zwar mit Frankreich einen engen Bund geschlossen hatte, aber nur eingreifen würde, wenn Deutschland als Angreifer in Aktion trat (was dann auch geschah). So entstand aus Bündnissen ein Zwangssystem der Mobilmachung und Kriegserklärung, aus dem keiner mehr hinausfand, obwohl es bis zum Schluss möglich gewesen war und vielen Beteiligten auch möglich schien.

Autor erzählt lehrhafte Vorgeschichte

Lässt sich aus dieser Vorgeschichte, des Ersten Weltkriegs, die Christopher Clark in seinem Buch „Die Schlafwandler“erzählt, etwas lernen?  Ja – nämlich dass jedes Land gut fährt, jedem anderen seine legitimen Interessen zuzugestehen. Also im Grunde jene multiperspektivische Sicht zur Grundlage seines Handelns zu machen, die der Historiker Clark auf die Geschichte anwendet. Österreich-Ungarn etwa galt als todgeweihtes Reich, deshalb stand für die Alliierten gar nicht zur Debatte, dass es überhaupt ein Recht auf Genugtuung hatte. Ein Fehler meint Clark, bei dem das Habsburgerreich überhaupt viel besser wegkommt als im allgemeinen Bewusstsein. Es war wirtschaftlich im Aufschwung, institutionell auf dem Reformweg, und die vielen Völker lebten dort relativ gut, besser jedenfalls als die Minderheiten in Russland und viel besser, als es den Minderheiten in den nach 1918 gebildeten Nationalstaaten erging. Allerdings war es unstreitig ein verkrustetes, schwer manövrierbares Konstrukt mit teilweise absurden Erscheinungen. So schreibt Christopher Clark über die Sitzungen des cisleithanischen Parlaments, also des österreichischen Teils der Doppelmonarchie:

„Da es in Cisleithanien keine Amtssprache gab, gab es auch keine offizielle Sprache für die Parlamentssitzungen. Deutsch, Tschechisch, Polnisch, Ruthenisch, Kroatisch, Serbisch, Slowenisch, Italienisch, Rumänisch und Russisch waren allesamt zugelassen. Es wurden jedoch keine Dolmetscher zur Verfügung gestellt, und es gab keine Möglichkeit, den Inhalt der Reden, die nicht auf Deutsch gehalten wurden, aufzuzeichnen oder zu überwachen, sofern der fragliche Abgeordnete nicht von sich aus beschloss, dem Parlament eine übersetzte Fassung seiner Rede vorzulegen. Abgeordnete selbst aus den kleinsten Fraktionen konnten so unerwünschte Initiativen blockieren, indem sie lange Reden in einer Sprache hielten, die nur  eine Handvoll ihrer Kollegen verstanden. Ob sie tatsächlich auf die Punkte eingingen, die in dem aktuellen Antrag angesprochen wurden, oder einfach lange Gedichte in ihrer eigenen Nationalsprache vortrugen, ließ sich kaum überprüfen.“

Das absurde Theater zog vergnügungssüchtige Wiener und sogar Touristen an, und auch der junge Adolf Hitler saß öfter auf der Besuchergalerie und gab später an, hier seine Abneigung gegen den Parlamentarismus empfangen zu haben. Der Zweite Weltkrieg, den Hitler in gar nicht so ferner Zeit auslösen sollte, war ja nichts anderes als der Versuch, die Ergebnisse des Ersten zu revidieren. Schon deshalb ist die Frage, warum dieser Erste Weltkrieg ausbrach, von mehr als bloß historischem Interesse, und deshalb riskiert Clark auch immer wieder Ausblicke auf jüngere zeithistorische Ereignisse. Nicht zuletzt stellt er heraus, warum heutige Weltkrisen anders verlaufen. 1914 gab es keine funktionierenden internationalen Organisationen, weder UNO noch NATO oder G-20. Außerdem ist heute den Beteiligten eher bewusst, was auf dem Spiel steht. Deshalb ist der Kalte Krieg kalt geblieben, und deshalb hat sich auch die Finanzkrise halbwegs und vorübergehend beherrschen lassen. Die Beteiligten hatten, nach einem Wort des damaligen Finanzministers Steinbrück, „in den Abgrund“geblickt. Das war 1914 anders. Da schlossen die führenden Politiker und Militärs am Ende die Augen und marschierten los. Eben wie Schlafwandler.


WEITERFÜHRENDE INFORMATION

Christopher Clark: Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog. Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz. DVA, München 2013. 896 S., 39.99 Euro  

Übertragen von Quelle : http://www.deutschlandfunk.de/die-schlafwandler-wie-europa-in-den-ersten-weltkrieg-zog.700.de.html?dram:article_id=270753

Kriegerdenkmal in Sedan zerfällt

11 Nov

Deutschland hat offenbar keine 100.000 Euro übrig, um ein deutsches Kriegsdenkmal im französischen Sedan (Foto) zu renovieren. Es ist unserem Staat egal. Dabei gab es noch zu Kaisers Zeiten den Sedanstag. Gleichzeitig spendieren wir Hunderte von Millionen Euro in alle Gegenden Europas und der Welt und kriegen dafür meist nichts außer einem feuchten Händedruck zurück. Hinter diesen zwei Phänomenen besteht ein ganz enger Zusammenhang.

Hintergrund der deutschen “Gleichgültigkeit” ist die ganz unterschiedliche Bedeutung des Ersten Weltkriegs für die beiden Länder. Die Erklärung dafür reicht über die Tatsache hinaus, dass der Erste Weltkrieg für Deutschland eben mit einer Niederlage endete. Der am Deutschen Historischen Institut in Paris arbeitende Historiker Arndt Weinrich erklärt: “Im Ersten Weltkrieg – so jedenfalls die vorherrschende Lesart – stellte sich Frankreich vereint und opferbereit den Herausforderungen. Diese Vorstellung hat sich in den letzten zehn bis 20 Jahren zum Ursprungsmythos des modernen Frankreichs entwickelt.”

In Frankreich, so erklärt der Historiker Nicolas Beaupré, etablierte sich sogleich ein “Dreieck des Gedenkens” aus Gefallenendenkmälern in allen Städten und Dörfern, aus zentralen Pilgerstätten auf den Schlachtfeldern und dem Grabmal des unbekannten Soldaten. Dazu kam der 11. November als nationaler Gedenktag. Anders im durch Niederlage und Revolution tief gespaltenen Deutschland, dem es nicht gelang, sich auf Orte und Daten des Gedenkens zu einigen.

Dazu komme, so Weinrich, dass in Frankreich die zunehmend “problematische Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg” als “Sinnressource” für die Gegenwart nun vom Ersten Weltkrieg abgelöst werde. In der Bundesrepublik dagegen hätten der Holocaust und die Schrecken des Dritten Reichs den Ersten Weltkrieg weitgehend aus dem kollektiven Bewusstsein verdrängt.

Schreibt die WELT, und heute wird in Frankreich wie jedes Jahr der Jahrestag des Waffenstillstands von 1918 als Nationalfeiertag begangen. Damals fing die ungerechte Zahlerei an! (PS: Dieses einst populäre Lied wurde vor langer Zeit noch bei der Bundeswehr gesungen!)

Übertragen von Quelle : http://www.pi-news.net/2013/11/kriegerdenkmal-in-sedan-zerfallt/

Kriegsschuldfrage 1914: Historiker fordern das Umschreiben von Schulbüchern

10 Nov

Michael Grandt

Es ist schon eine kleine Sensation, dass renommierte Forscher jetzt von der Alleinschuld-These des Deutschen Reiches abweichen. Sie fordern sogar öffentlich, dass unsere Schulbücher umgeschrieben werden müssen, und betreiben somit politisch unkorrekten Geschichtsrevisionismus.

Der 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges nähert sich in großen Schritten. Politisch korrekte Historiker werden natürlich nicht müde, darauf hinzuweisen, dass das Deutsche Reich, respektive der deutsche Kaiser Wilhelm II. und sein Generalstab diesen Krieg vom Zaun gebrochen hätten. Kurz: Deutschland sei schuld und Hauptverantwortlicher am Ersten Weltkrieg.Genauso sahen es auch die alliierten Sieger im Vertrag von Versailles, wo dies festgeschrieben und seither zur unumstößlichen Diktion geworden ist. Seit 1946 lernen das die Kinder in unseren Schulen – und seither mussten wir bezahlen.

96 Jahre lang umsonst bezahlt?

 Am Sonntag, den 3. Oktober 2010 war es dann soweit: Der Erste Weltkrieg war, 96 Jahre nach seinem Ausbruch, auch für Deutschland zu Ende. Bis zu diesem Zeitpunkt musste der deutsche Steuerzahler als »Verursacher« des Ersten Weltkrieges Reparationen sprich Wiedergutmachung an die Alliierten bezahlen.Die letzte Rate betrug 69,9 Millionen Euro. Im Bundeshaushalt 2010 wurde dieser Betrag unter Punkt 2.1.1.6 als »Bereinigte Auslandsschulden (Londoner Schuldenabkommen)« verklausuliert.

Die Reparationszahlungen nach dem Ersten Weltkrieg wurden im Versailler Vertrag im Jahr 1919 festgelegt. Adolf Hitler hatte die Zahlungen einst gestoppt, doch nach 1945 übernahm die Bundesrepublik Deutschland dann die »Schulden« und zahlte bis zum Jahr 1983.

Die Restzahlung von 125 Millionen Euro für Zinsen auf Auslandsanleihen war erst nach der deutschen Wiedervereinigung fällig. Seit 1996 stotterte der deutsche Steuerzahler die Schuld aus dem vor knapp 100 Jahren ausgebrochenen Krieg ab. Die letzte Rate war 20 Jahre nach der Wiedervereinigung fällig.

Keine Alleinschuld Deutschlands

 Umso erstaunlicher ist es, dass jetzt renommierte Historiker sogar öffentlich fordern, die Schulbücher umzuschreiben, da das Deutsche Reich nicht die Alleinschuld an der »Urkatastrophe« des 20. Jahrhunderts mit 20 Millionen Toten trage.

In der Sendung Wer war schuld? – Der Weg in den Ersten Weltkrieg (History LIVE/Phoenix)diskutierten unter anderen Prof. Christopher Clark (University of Cambridge), Prof. Sönke Neitzel(London School of Economics and Political Science) und Prof. Wolfram Wette über den Ausbruch des Ersten Weltkrieges.

Fazit: Die Alleinschuld Deutschlands ist historisch nicht zu belegen.

Schulbücher umschreiben

 Während mir Prof. Wette nach wie vor besessen von der deutschen Kriegsschuld zu sein scheint, argumentierten Prof. Clark und Prof. Neitzel in der Diskussion, dass nicht ein einzelner Staat als Hauptschuldiger identifiziert werden könne, sondern ein Geflecht aus verschiedenen Ursachen und Ereignissen zum Ersten Weltkrieg führte. Darin eingebunden waren viele europäische Staats- und Regierungschefs und deren Militärführungen.

Auf die Frage des – für mich erstaunlich – neutralen Guido Knopp, ob denn aufgrund der neuen Erkenntnisse die Schulbücher umgeschrieben werden müssten, antworteten Prof. Clark und Prof. Neitzel mit einem klaren »Ja«.

Nichts Neues – und doch neu?

 Das alles ist nichts Neues, denn schon einige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg veröffentlichte die deutsche Reichsregierung die Akten des deutschen Auswärtigen Amtes von 1870 bis 1914. Mit diesen 40 Bänden konnte sie überzeugend die Alleinschuld Deutschlands am Kriegsausbruch widerlegen. 1950 erklärten führende französische und deutsche Historiker bei einer Tagung: »Die Dokumente erlauben es nicht, einer Regierung oder einem Volk im Jahre 1914 einen vorsätzlichenWunsch nach einem europäischen Krieg zuzuschreiben.«

Dennoch lautete Artikel 231, der so genannte »Kriegsschuldartikel« im Versailler Vertrag: »Die alliierten und assoziierten Regierungen erklären und Deutschland erkennt an, dass Deutschland und seine Verbündeten alsUrheber für alle Verluste und Schäden verantwortlich sind, die die alliierten und assoziierten Regierungen und ihre Staatsangehörigen infolge des Krieges, der ihnen durch denAngriff Deutschlands und seiner Verbündeten aufgezwungen wurde, erlitten haben.«

Genau das Gegenteil belegt Hans Fenske, der bis 2001 als Professor für Neue und Neueste Geschichte in Freiburg lehrte, in seiner Studie Der Anfang vom Ende des alten Europa. Auch seinen fundierten Recherchen nach kann weder von einer Alleinschuld Deutschlands am Kriegsausbruch 1914 die Rede sein, noch von Kriegstreiberei auf deutscher Seite.

Wenn du weiterlesen möchtest,kannst du das gerne über folgenden Link tun :

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/michael-grandt/kriegsschuldfrage-1914-historiker-fordern-das-umschreiben-von-schulbuechern.html

Übertragen von derselben Quelle ,siehe Link

DIE RACHE DER SIEGER – HOHN FÜR DIE OPFER – zur Erinnerung

2 Nov

Titelbild

DIE RACHE DER SIEGER

HOHN FÜR DIE OPFER

Von Meyer, Fritjof

Eine Minderheit der Jugoslawiendeutschen blieb im Lande, als die Wehrmacht Ende 1944 vom Balkan flüchtete: Fast 10 000 wurden ermordet, beinahe fünfmal so viele starben in Lagern, die übrigen wurden vertrieben.

Wenn Deutschland Hunderttausende Juden verjagen kann und Russland Millionen Menschen von einem Ende des Kontinents zum anderen transportiert, dann werden ein paar hunderttausend Albaner keinen Weltkrieg provozieren. So berief sich 1937 in einem offiziellen Memorandum der Belgrader Minister Vaso Cubrilovic auf kompetente Vorbilder.

Er vermochte die Risiken einzuschätzen, hatte er sich doch 1914 an der Verschwörung zum Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand beteiligt, das vor 88 Jahren das Signal zum Ersten Weltkrieg gab.

Das ethnische Reinigungsgebot serbischer Chauvinisten galt aber auch einer deutschen Minderheit, deren Vorfahren der Wiener Hof nach dem Rückzug der Türken vor 300 Jahren nördlich von Belgrad angesiedelt hatte – die „Donauschwaben“. Emsig verwandelten sie die Steppe in „Batschka“ und „Banat“ in eine Kornkammer, die heutige Vojvodina.

Der Serbe Nikola Pasic, Architekt jenes 1918 gebildeten Vielvölkerstaates, der sich ab 1929 Jugoslawien nannte, hielt es für einen Fehler, damals die Deutschen nicht gleich vertrieben zu haben. Serbische Abgeordnete empfahlen in den zwanziger Jahren, sie nach Mazedonien umzusiedeln, und bald darauf veröffentlichte der Nationalist Vladan Jojkic ein Buch über eine generelle „Depopulation der Nichtslawen“.

Doch erst die Besetzung durch Hitlers Wehrmacht beflügelte nationale Tschetniks ebenso wie Titos kommunistische Partisanen, sich der mehr als einer halben Million deutschstämmigen Mitbürger zu entledigen, zumal viele „Volksdeutsche“ in die SS-Division „Prinz Eugen“ eingetreten waren.

Das reichte der Tito-Regierung, um ihren Deutschen am 21. November 1944 die Bürgerrechte abzuerkennen und sie zu „Volksfeinden“ zu erklären. Angehörige der deutschen Volksgruppe, die mit Deutschland kollaboriert hatten, erwartete die Todesstrafe.

Als Hitlers Soldaten 1944 vom Balkan flüchteten, schloss sich ihnen die Mehrheit der Jugoslawen deutscher Nationalität an, doch ungefähr 200 000 blieben im Lande. Sie erlebten eine willkürliche Verfolgung durch die Sieger – denn in Serbien sollten nur noch Serben leben.

Die „ethnische Säuberung“ Jugoslawiens von seiner deutschen Minderheit begann gleich nach Titos Freibrief. Geschockt von den ans Licht gekommenen deutschen Kriegsverbrechen, schaute die Welt weg. Damals, urteilte im Londoner „Observer“ später der NS-Verfolgte und ehemalige Leiter der britischen Sektion von Amnesty International, Paul Oestreicher, waren nur „wenige bereit, die Allgemeingültigkeit der Menschenrechte zu verteidigen“.

In Hodschag (Vojvodina) zwang am 23. November 1944 die Krajiska-Partisanenbrigade 181 Männer und 2 Frauen dazu, sich auszuziehen, und führte sie zu einer Grube an der Straße nach Karavukova. Dort wurden sie erschossen. Einer entkam, drei immerhin – den Gastwirt Franz Kraus, den Kaufmann Ladislaus Kollmann und Hans Petko – konnte der serbische Gemeinderat retten.

Zwei Tage später folterte und tötete in Filipova dieselbe Brigade 212 Männer, wobei viele Schützen nicht mitmachen wollten. In Elemir verhinderte ein serbischer Priester die Exekution von 70 Deutschen, und ein russischer Offizier wendete ein Massaker in Setschan ab. Mehrfach griff der neu gebildete serbische Gemeindevorstand ein, so in Parabutsch, wo der Vorsteher deshalb verhaftet wurde.

Das blieben Ausnahmen. Niemand hielt die Marodeure davon ab, in Ruma auf ihren liegenden Opfern herumzutanzen – wie 1999 auch bei Kosovaren in Pec -, ehe sie in der Ziegelei die Gequälten ermordeten. Frauen wurden vergewaltigt, Häuser geplündert. In Semlin (Zemun) bei Belgrad, wo die Wehrmacht 6280 Juden in Gaswagen ermordet hatte, wurden nun 241 namentlich bekannte Deutsche im Salzamt exekutiert. Der deutsche Kommunist Alexander Mettler protestierte, konnte aber nur gerade noch die eigene Haut retten.

In Homolitz erschoss die Sremska-Brigade der Partisanen 173 Menschen mit Maschinengewehren. In Kubin starben auf gleiche Weise 108 Menschen; dabei soll es nach Zeugenaussagen zu grausamen Perversionen gekommen sein.

Auf einem Acker bei Brestowatz gruben Titos Freischärler zwölf Männer bis zum Hals in der Erde ein und schlugen ihnen dann die Köpfe wie Kohl ab, eine Tötungsart, von der auch der damalige Partisanenführer Milovan Djilas berichtet hat. In der Milchhalle von Kikinda wurden die Männer erst verprügelt, dann schnitt man ihnen Nase, Zunge, Ohren oder Penis ab und stach ihnen die Augen aus – schließlich lagen 136 Leichen auf dem Hof.

In Pancevo, wo 1941 ein deutscher Offizier seinen Opfern den „Gnadenschuss“ gegeben hatte, starben von der Hand der Partisanen 222 Männer und Frauen, darunter der Abgeordnete Simon Bartmann, Rechtsanwalt Bartosch und der Schüler Franz Mayerhöfer.

Die übrigen mehr als 5000 Deutschen am Ort wurden vertrieben, die 1200 Arbeitsfähigen unter ihnen kamen in das Lager Fischplatz unter der rothaarigen Kommandantin Radojka, in Baracken hinter Stacheldraht mit zwei Klosetts für alle.

Die Vorgänge in Jugoslawien hat die Donauschwäbische Kulturstiftung in München nach Zeugenaussagen penibel dokumentiert, die Namen der meisten Opfer und einiger Täter konnten ermittelt werden. In jenem blutigen Herbst und Winter bis ins Frühjahr 1945 wurden demnach insgesamt 9500 Deutsche umgebracht – mithin wohl ebenso viele Menschen wie 1998/99 im Kosovo.

In acht Transportzügen wurden zudem 8000 Frauen und 4000 Männer in die Sowjetunion deportiert, von ihnen kam jeder Sechste ums Leben. Die übrigen 167 000 Deutschstämmigen, die verschont geblieben waren, wurden in Lagern konzentriert. Bis zum August 1945 waren sämtliche serbischen Ortschaften von Deutschen geräumt, ihre 637 939 Hektar Land fielen vorzugsweise an verdiente Partisanen.

Im Zentrallager von Novi Sad (vormals: Neusatz) lebten 2000 Donaudeutsche auf zweistöckigen Bretterpritschen, strafweise auch in einem engen Bunker, der unter Wasser stand.

Das Zentrallager in Zemun (Semlin) hatte einst die deutsche Luftwaffe gebaut. Durch das Lager Valpovo in Slawonien ritt der zuständige politische Kommissar auf seinem Schimmel, ohne je abzusteigen. Er führte zufällig denselben Nachnamen wie der Befehlshaber der deutschen Vernichtungslager in Polen 1942/43, Sohn eines Kroaten: Odilo Globocnik.

Alte, Kranke, Kinder und Mütter mit Babys steckten in „Lagern mit Sonderstatus“, Massengräber ließ man gleich neben dem Zaun ausheben: An Hunger und Kälte, Schikanen und Fleckfieber starben zwischen November 1944 und März 1948 genau 48 447 Jugoslawiendeutsche, deren Namen fast alle dokumentiert sind.

1948 wurden die Lager aufgelöst. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erreichte ab 1950 die Möglichkeit der Ausreise – zu einem Kopfpreis, je Familie bis zu vier Monatslöhne. Bis 1985 gelang es 87 600 Deutschen, das Land zu verlassen, in das ihre Vorfahren gerufen worden waren. Bei der jugoslawischen Volkszählung 1981 meldeten sich noch 8712 Deutsche.

Die „Säuberung“ von den Schwaben von der Donau, gedeckt vom Schweigen der Großmächte, blieb ungesühnt. Das konnte nur dazu ermuntern, gut 50 Jahre später mit einer anderen Minderheit genauso umzugehen. FRITJOF MEYER

Übertragen von Quelle : http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-22937248.html

Aufmerksam geworden auf diesen Beitrag bin ich durch : http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2013/11/02/die-rache-der-sieger-hohn-fur-die-opfer-zur-erinnerung/

Nach dem Zweiten Weltkrieg Briten folterten vermeintliche Ost-Spitzel

31 Okt

Sonntag, 20.01.2013, 15:40

Auch ein Überlebender des KZ Buchenwald wurde nach dem Krieg von Briten gefoltert

Auch ein Überlebender des KZ Buchenwald wurde nach dem Krieg von Briten gefoltert

Gerhard Menzel magerte in einem britischen Verhörzentrum auf 49 Kilo ab. Heute fordert der 89-Jährige nach FOCUS-Informationen Entschädigung von „Ehrenmann“ Cameron. Im selben Lager wurde ein Überlebender des KZ Buchenwald mit Gestapo-Werkzeug gequält.
Der letzte Überlebende eines nach dem Zweiten Weltkrieg eingerichteten britischen Verhörzentrums in Niedersachsen verlangt finanzielle Entschädigung, wie FOCUS erfuhr. Der heute 89-jährige Ingenieur Gerhard Menzel aus Lindau sagte, Großbritannien müsse eine Wiedergutmachung für die erlittenen Folterqualen zahlen. „Premierminister David Cameron wird mich verstehen. Er ist doch ein Ehrenmann“, so Menzel.Der damals 23-Jährige war in dem abgeschotteten Lager des britischen Geheimdienstes in Bad Nenndorf bei Hannover aufgrund von Folter und Nahrungsentzug bei einer Größe von 1,85 Meter auf 49 Kilogramm abgemagert. Der FOCUS zeigt Fotos von Menzel aus dem britischen Nationalarchiv, die ein Lagerarzt seinerzeit mit den Worten kommentierte: „Ein lebendes Skelett.“ Menzel war vor der Festnahme fälschlicherweise als sowjetischer Spion denunziert worden.

Erschlagener SS-Mann in falsch beschriftetem Grab

Wie aus Akten des britischen Geheimdienstes MI-5 hervorgeht, wurde in dem Verhörlager auch ein jüdischer Kommunist, der das KZ Buchenwald überlebt hatte, als mutmaßlicher Ost-Spion gefoltert. Die Folterwerkzeuge stammten aus einem Gestapo-Keller in Neuengamme bei Hamburg.

FOCUS-Reporter fanden auf dem Soldatenfriedhof von Bad Nenndorf ein Grab, in dem laut Inschrift ein britischer Unteroffiziers liegt, der 1947 mit militärischen Ehren bestattet wurde. In Wirklichkeit befindet sich in dem Grab aber ein SS-Mann, der für den US-Geheimdienst gearbeitet hatte und von den Engländern bei der Festnahme erschlagen wurde.

%d Bloggern gefällt das: