Jeder zehnte Hauptverdiener ist von Armut bedroht

26 Nov

Phänomen „Working Poor“

Montag, 25.11.2013, 15:17

Jeder zehnte Hauptverdiener in Deutschland ist von Armut bedroht

Arm trotz Arbeit – das Phänomen betrifft nicht nur Leiharbeiter oder Teilzeitbeschäftigte, sondern oft auch die, die eine Familie ernähren müssen. Jeder zehnte Hauptverdiener in Deutschland ist von Armut bedroht – besonders, wenn er in bestimmten Branchen arbeitet.

In Deutschlands Familien ist knapp jeder zehnte Hauptverdiener trotz Vollzeitjob von Armut bedroht. Am meisten betroffen sind Beschäftigte im Gastgewerbe. Dort ist rund jeder dritte Familienernährer armutsgefährdet, wie eine jüngst veröffentlichte Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt. Weit überdurchschnittlich betroffen seien auch Beschäftigte im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung sowie in Heimen und im Sozialwesen, wo jeder fünfte Hauptverdiener unter der Armutsgefährdungsschwelle liegt.

Am Bau sind gut acht Prozent und im Handel 12,5 Prozent armutsgefährdet. In der Energieversorgung, bei Banken und Versicherungen, in der öffentlichen Verwaltung, der chemischen Industrie oder im Fahrzeug- und Maschinenbau betrifft dies dagegen weniger als drei Prozent, wie die Analyse des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung ergab.

Nicht nur Leiharbeiter tragen ein hohes Armutsrisiko

In den vergangen Jahren sei in Deutschland die Quote der sogenannten „Working Poor“ – der Arbeitsarmut – deutlich gewachsen. Zwar tragen atypisch Beschäftigte wie Leiharbeiter ein besonders hohes Armutsrisiko, allerdings stehen sie damit keineswegs alleine da. „Die Zahlen legen nahe, dass Arbeitsarmut auch unter Familienernährern und ihren Familien ein Problem ist“, erklärte WSI-Forscher Eric Seils. Und dies in einigen Branchen auch trotz Löhnen von mehr als 8,50 Euro.

Als armutsgefährdet gelten laut Definition Beschäftigte und ihre Familien, wenn ihnen weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens zur Verfügung steht. Bei der Berechnung wird dabei auch berücksichtigt, wie groß der Haushalt ist und wie alt die einzelnen Familienmitglieder sind.

Forscher plädieren für Mindestlohn

Die Forscher sehen einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn, wie er derzeit auch in den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD diskutiert wird, als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Ein Mindestlohn allein könne aber das Problem der Arbeitsarmut nicht lösen. Notwendig sind laut Seils darüber hinaus Reallohnsteigerungen im unteren Lohnsegment.

Union und SPD sind sich grundsätzlich einig, dass es einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn geben soll. Die wichtigste Frage, wann und in welcher Höhe er eingeführt wird, war aber bislang offen.

Übertragen von Quelle :http://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/working-poor-seine-familie-zu-ernaehren-macht-jeden-zehnten-arm_id_3430764.html

2 Antworten to “Jeder zehnte Hauptverdiener ist von Armut bedroht”

  1. Frank Poschau 26. November 2013 um 11:47 #

    Wintertrauer

    Es soll ein Aderlass sein,
    die Natur sich reinigen,
    eine Flocke bricht alles ein,
    Politiker sollte man steinigen.

    Winter regelmäßig folgt,
    kündigt der Herbst an,
    Dienste schwerfällig rollt,
    haben wir den Schaden dann.

    Als Leichentuch bedichtet,
    zum Freudentuch erkannt,
    Unrat Schnee beschichtet,
    Deutschland kaltes Vaterland.

    Werfe ich den Schneeball,
    schaue zweimal hin,
    Umweltgifte überall,
    oder Hundehaufen drin.

    Schlitten, Freude ausverkauft,
    Waffen haben den Vorrang,
    Kufen, Hass als Gewehrlauf,
    Kinderweinen zum Dank.

    Winter, Energie wird teurer,
    einig Europa um jeden Preis,
    Merkel Machttrunkend am Steuer,
    manche Hausfrau es besser weiß.

    Kälte aus manchen Herzen spricht,
    für Wärme, Miete kaum noch reicht,
    Sinn zum Steuer zahlen bricht,
    sich der Widerstand einschleicht.

    Milliarden für den Widersinn,
    Europa zittert nicht nur vor Kälte,
    für die Gemeinschaft kein Gewinn,
    Griechenland brennend erhellte.

    Erfrierungstote in Europa,
    Bellevue geheißt, trügerischer Glanz,
    trotz Menschrechte liegt er tot da,
    Europa, auf zum letzten Tanz.
    Volksdichter
    Frank Poschau
    14.02.12

  2. neuesdeutschesreich 27. November 2013 um 00:12 #

    Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

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