Wulff und der geheime Männerbund Der „Andenpakt“ trifft sich heimlich in Berlin

19 Nov

Dienstag, 19.11.2013, 06:50

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff

Wulff, Koch, Oettinger: Der „Andenpakt“ war einst angetreten, um die Macht in Deutschland zu übernehmen. Doch der Plan scheiterte, Angela Merkel wurde Kanzlerin. Noch lebt der Bund und Verschwiegenheit ist weiter geboten – wie jetzt beim Geheimtreffen in Berlin.
Vertreter des so genannten „Andenpakts“ der Union haben sich am Sonntagabend heimlich in Berlin getroffen.Das berichtet die „Bild“-Zeitung in ihrer Dienstagausgabeund zeigt dort auch Fotos des Treffens. Auf Einladung des früheren Verkehrsministers Matthias Wissmann traf sich die Runde von knapp 20 Teilnehmern demnach in den Räumen des Verbands der Autoindustrie, dem Wissmann vorsteht.Ein Thema der abendlichen Aussprache war nach Informationen der Zeitung der Stand der laufenden Koalitionsverhandlungen. Mit dabei waren unter anderemEx-Bundespräsident Christian Wulff, EU-Energiekommissar Günther Oettinger, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und sein Amtsvorgänger Roland Koch. Außerdem anwesend: der EU-Abgeordnete Elmar Brok, Wirtschaftsratschef Kurt Lauk, Junge-Union-Chef Philipp Mißfelder, Saarlands Ex-Ministerpräsident Peter Müller und der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz. Frauen sind im Pakt tabu.

Gründung des „Andenpakts“: 1979

Die Mitglieder des „Andenpakts“ hatten auf einem Flug von Caracas nach Santiago de Chile im Juli 1979 gegenseitige Unterstützung bei der politischen Karriere vereinbart und sich versprochen, nicht gegeneinander zu kandidieren. Die Existenz des Pakts war erst 2003 bekannt geworden. Dem Männerbund wurde einst erheblicher politischer Einfluss nachgesagt sowie eine Konkurrenz zu Angela Merkel – die allerdings trotzdem Kanzlerin wurde. Die meisten Mitglieder des „Andenpakts“ dagegen scheiterten nach und nach politisch, zuletzt Christian Wulff.

Offene Kritik an Merkel soll es im kleinen Kreis in Berlin trotzdem nicht gegeben haben. Zum Auftakt um 19.30 Uhr sei Rotwein gereicht worden, berichtet die „Bild“, dann Spätzle, Braten, dunkle Sauce. Danach sei heftig diskutiert worden, weil die Mitglieder des Pakts Angst hätten, dass die Interessen der Wirtschaft in der möglichen großen Koalition nur unzureichend berücksichtigt würden. Nur einer habe sich zurückgehalten, schreibt das Blatt: Christian Wulff. Als ehemaliges Staatsoberhaupt wisse er, dass auch heute noch jedes Wort abgewogen werden müsse.

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