Warum sich die Deutschen selbst nicht mögen

15 Nov

Kölner Psychologen haben das Nationalgefühl der Deutschen untersucht. Ein Ergebnis: Unsere Nachbarn mögen uns lieber als wir uns selbst, denn wir sind höchst selbstkritisch. Von Maria Braun

Frauen Fussball WM 2011 in Deutschland

Frauenfußball-WM 2011: Deutsch sein kann doch so schön sein

Im Revier ist man stolz auf seine Heimat. Jeder zweite Bürger gibt an, sich stark mit dem Ruhrgebiet verbunden zu fühlen. Auch in Köln ist man gerne Lokalpatriot. Bei jedem Heimspiel im Müngersdorfer Stadionempfängt der Stadionsprecher alle Kölner und ihre Gäste mit dem Satz: „Willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands“.

Doch mit dem Deutschsein tut man sich hierzulande schwer. „Im Vergleich mit anderen Ländern ist die nationale Identität in Deutschland am schwächsten. Das hat nicht nur unsere Studie gezeigt, auch bei anderen Untersuchungen ist Deutschland immer das Schlusslicht“, sagt Ulrich Schmidt-Denter, Professor für Psychologie an der Universität zu Köln.

Er hat das Deutschsein genau untersucht und wollte nicht nur herausfinden, wie wir uns selbst sehen, sondern auch, wie unsere Nachbarländer Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, die Schweiz, Frankreich, Belgien, Luxemburg und die Niederlande über uns denken.

Zehn Jahre Forschung

Insgesamt 6122 Jugendliche und ihre Eltern wurden von Schmidt-Denter und seinem Team befragt. Und das nahm viel Zeit in Anspruch. Zehn Jahre dauerte es, all die Menschen zu interviewen, ihre Antworten auszuwerten und eine Analyse zu schreiben. Doch jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Die Deutschen sind fremdenfreundlich und sehr selbstkritisch. In keinem anderen Land finden fremdenfreundliche Statements so viel Zustimmung wie in Deutschland. Europaweit belegt das Land einen unangefochtenen Spitzenplatz. Gleichzeitig mögen sich die Deutschen nicht besonders gerne. Im Falle einer Wiedergeburt würden sie gerne als Spanier, Brite oder Amerikaner auf die Erde kommen.

Ein 18-jähriger Deutscher sagte zum Beispiel: „Ich glaube, ich wäre gerne Brite. Mich fasziniert das Nationalgefühl, was die Briten haben, ich find das oft ulkig, aber auch echt interessant.“

Während unsere Nachbarn in den Fragebögen ganz selbstbewusst ankreuzten „Ich finde mein eigenes Land sehr sympathisch“, wie es die Schweizer, Franzosen und Polen taten, so stimmten viele Deutsche der Aussage zu „Ausländer haben viele positive Eigenschaften, die uns Deutschen fehlen“.

 

Positiver Effekt der Fußball-WM 2006

Doch diese etwas traurige Haltung der Deutschen sich selbst gegenüber war in den zehn Jahren der Untersuchung nicht beständig. Denn als glücklicher Zufall fiel die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in den Forschungszeitraum und das globale Sportfest eignete sich für die Psychologen hervorragend als Gegenstand der Untersuchung zur „nationalen Identität“.

Schmidt-Denter und sein Team hatten bereits vor der Weltmeisterschaft einen Großteil der Befragungen in Deutschland und den Nachbarstaaten abgeschlossen und stellten ein Jahr nach dem Fußball-Ereignis einer vergleichbaren Gruppe dieselben Fragen.

Der Effekt der Weltmeisterschaft ließ sich eindeutig feststellen: „Das Großereignis hat Deutsche und Ausländer zusammengeführt“, sagt Schmidt-Denter. „Es hat auf der einen Seite den Nationalstolz der Deutschen gestärkt und zudem ihre Toleranz und Fremdenfreundlichkeit vergrößert. Viele denken ja, dass das eine das andere ausschließt, aber das Gegenteil war hier der Fall.“

Patriotismus tue gut, weil es die eigene Identität stärke und Selbstsicherheit vermittle. So könne man auch Fremden gegenüber offener sein.

Wenn du weiterlesen möchtest,folgen dem Link :

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13813483/Warum-sich-die-Deutschen-selbst-nicht-moegen.html

Übertragen von derselben Quelle ,siehe Link :

Eine Antwort to “Warum sich die Deutschen selbst nicht mögen”

  1. neuesdeutschesreich 16. November 2013 um 03:49 #

    Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

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