Rentenansprüche schrumpfen Die Wahrheit hinter Ihrer Renteninformation

14 Nov

Mittwoch, 13.11.2013, 21:02· von FOCUS-Online-Autor 

Altersvorsorge, Beitragsjahr, Deutschland, DRV; VDK; Deutsche Rentenversicherung, Frührente, Rente, Rentenbescheid, Renteneintritt, Renteninformation

Wer sich diese Frage nicht stellen möchte, sollte seine Renteninformation genau lesen und entsprechende Vorkehrungen treffen.dpa

Wenige Versicherungsjahre und geringe Rentengutschriften führen am Ende zu immer niedrigeren Durchschnittsrenten. Umso wichtiger ist es, die jährliche Renteninformation richtig zu lesen und gegenzusteuern. FOCUS Online zeigt, wie Sie das Maximum aus der gesetzlichen Rente herausholen.
EinBericht der Bild-Zeitungsorgte am Dienstag für tiefe Sorgenfalten bei künftigen Rentnern: Weil die Zahl der Versicherungsjahre stetig abnimmt und auch die jährlichen Rentengutschriften sinken,müssten Neu-Rentner mit drastisch niedrigeren Rentenzahlungen rechnenals die aktuelle Rentnergeneration. Die Deutsche Rentenversicherung widerspricht: „Die Aussage der Bild-Zeitung ist verzerrend. Sie bezieht sich lediglich auf die Regelaltersrente.Vergleicht man alle Altersrenten, zeigt sich ein anderes Bild: Danach sind die Versicherungszeiten bei Männern und Frauen zwischen 2011 und 2012 nahezu konstant geblieben.“Dennoch: Künftige Rentner stehen deutlich schlechter da, als frühere Generationen: Sie fangen im Schnitt später an, in die Rentenkasse einzuzahlen, setzen die Zahlungen während ihres Erwerbslebens häufiger als früher wegen Jobverlusten aus und zahlen auch insgesamt weniger Rentenbeiträge, weil die Durchschittsverdienste sinken. Erst kürzlichwarnte die Stiftung Warentest deshalb vor Altersarmut in Deutschland.

Umso wichtiger ist es, angesichts schrumpfender Rentenzahlungen nicht unnötig Geld zu verschenken. Um das Maximum aus der Deutschen Rentenversicherung (DRV) herauszuholen, sollten Verbraucher genauwissen, welche Faktoren sich wie auf ihre Rente auswirken. Einen ersten Eindruck gibt die Renteninformation, die Rentenversicherung seit einiger Zeit jährlich an ihre Versicherten verschickt. FOCUS Online erklärt die wichtigsten Passagen des Standard-Schreibens.

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Deutsche Rentenversicherung Bund    Diese Informationen stecken in der jährlichen Renteninformation.
Der Rentenbescheid: Das bedeuten die drei ZahlenAuf der ersten Seite steht rechts eine Übersicht mit drei Beträgen. Der erste nennt die Höhe der „Erwerbsminderungsrente“– diese Summe würden Sie sofort monatlich erhalten, wenn sie jetzt aus gesundheitlichen Gründen erwerbsunfähig werden.

Die zweite Zahl weist aus, wie hoch der Rentenanspruch ist, den Sie bisher durch Beiträge erworben haben. Diese Summe erhalten Sie erst nach Erreichen der Regelaltersgrenze von 67 Jahren, selbst wenn Sie ab sofort keiner rentenversicherungspflichtigen Beschäftigung mehr nachgehen sollten. Voraussetzung dafür ist, dass Sie mindestens fünf Jahrelang Beiträge gezahlt haben. Anders ist die Lage, wenn ein Versicherter die Rente sofort beziehen möchten, also Frührenter werden will. Dies hat deutliche Abschläge zur Folge, weil das angesparte Rentenguthaben länger halten muss.

Pro Monat, den ein Bezieher früher in Rente geht, zieht die DRV 0,3 Prozent vom Rentenanspruch ab – dauerhaft. Das macht pro Jahr 3,6 Prozent. Der maximale Abschlag beträgt 10,8 Prozent.Auch wenn der Frührentner später die Regelaltersgrenze erreicht, bleibt es bei der reduzierten Summe.Für einige Versicherte kann es allerdings interessant sein, der Rentenkasse „einen Abschlag auf eine angestrebte vorgezogene Altersrente durch eine Zahlung zusätzlicher Rentenbeiträge ´abzukaufen´ und die Altersrente so vorzeitig ohne Abschlag in Anspruch nehmen zu können“, erklärt DRV-Sprecher Dirk von der Heide.

Der dritte Betrag beziffert, was die DRV den Versicherten zahlt,wenn siebis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter so weiter arbeitenund einzahlen, wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Diese Summe bekommen Sie nur, wenn Sie weiterhin den gleichen Monatsbeitrag an die Behörde abdrücken. Auf alle genannten Rentenbeträge sind im Ruhestand noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zu zahlen, gegebenfalls auch Steuern.

Ein Großteil der Deutschen hofft auf die staatliche Rente

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 Kaufkraftverlust beachten

Diese Beträge sind also nicht in Stein gemeißelt, sondern unterliegen bestimmten Annahmen. Darauf weisen Sätze wie „ohne Berücksichtigung von Rentenanpassungen“ und „Änderungen in Ihren persönlichen Verhältnissen und gesetzliche Änderungen können sich auf Ihre zu erwartende Rente auswirken“ hin. „Das könnte zum Beispiel für die sogenannte Mütterrente gelten, die derzeit politisch diskutiert wird“, sagt von der Heide. Auch durch künftige Lohnsteigerungen kann die Rente höher ausfallen als in dem Brief dargestellt.

Deshalb berechnet die DRV zusätzlich zwei Szenarien: eines mit einer jährlichen Erhöhung von einem und eines mit einem Plus von zwei Prozent. Kürzungen der Rente kommen im DRV-Modell nicht vor. Ist ein Absinken der Rente ausgeschlossen? Ja, sagt DRV-Sprecher Dirk von der Heide. „Eine gesetzliche Sicherungsklausel schließt eine Senkung aus.“ Auch den Kaufkraftverlust durch die Inflation muss der Bürger selbst beachten, die DRV weist auf der zweiten Seite des Schreibens allerdings mit einem individuellen Rechenbeispiel kurz darauf hin. Verbraucher sollten sich mit der staatlichen Rentenversicherung also nicht in Sicherheit wiegen, sondern Preissteigerungen einkalkulieren. Nicht ohne Grund empfiehlt die DRV , sich zusätzlich abzusichern.

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Rentenansprüche schrumpfen
Fristen beachten und für beitragsfreie Zeiten kassieren
Bürger sollten einiges beachten, damit ihre Rente nicht unnötig niedriger ausfällt, als möglich.
Bürger sollten einiges beachten, damit ihre Rente nicht unnötig niedriger ausfällt, als möglich
Wenn es schließlich soweit ist und die Versicherten tatsächlich in Rente gehen möchten, müssen sie zwingend, einen Rentenantrag zu stellen – nur dann zahlt der Staat. Dabei gilt es eine wichtige Frist zu beachten :Spätestens drei Monate nach dem gewünschtem Start der Rentenzahlung muss der Antrag bei der DRV eingehen. Dann zahlt die Rentenversicherung auch rückwirkend, ansonsten erst vom Antragsmonat an. Die DRV empfiehlt deshalb, den Antrag bereits drei Monate vor gewünschtem Rentenbeginn zu stellen, damit im Zweifel alle beteiligten Stellen genügend Zeit haben, alle relevanten Informationen zu liefern.Zu den Informationen, die oft vergessen werden, die Höhe Rente aber ebenfalls beeinflussen, zählen auch Belege zu Schul-, Studien- und Fachschulausbildungen. Der Aufwand, diese Papiere zu beschaffen, lohnt sich, „da bei der Rente jeder Monat zählt“, erklärt Sprecher von der Heide. Ausbildungszeiten wirken sich durchweg positiv auf die Gesamtsumme aus, obwohl die Versicherten zu dieser Zeit noch keine Beiträge gezahlt haben. Genauso verhält es sich mit Schwangerschaft, Kindererziehung, Krankheit, Pflege und Beschäftigungen, bei denen Staat, Agentur für Arbeit oder andere Stellen (Wehr-, Zivildienst) die Beiträge für sie übernommen haben. Jeder einzelne Monat, den Sie nachweisen können, bringt zusätzliche „Entgeltpunkte“ – die „Währung“ der Deutschen Rentenversicherung.

Wie berechnen sich die Entgeltpunkte?

Wie viele Punkte Versicherte für beitragsfreie Zeiten pro Jahr genau bekommen, hängt von dem Durchschnittswert an Entgeltpunkten in den späteren Beitragsjahren ab. In Zeiten der Kindererziehung bewertet die DRV die Versicherten automatisch als Durchschnittsverdiener – das bringt exakt einen Punkt.

Zudem gibt es sogenannte „beitragsgeminderte  Zeiten“. Das sind Monate, in denen nicht durchgängig Beiträge gezahlt wurden. In diesem Fall werden die Entgeltpunkte mindestens auf das Niveau gesetzt, das Versicherte für ein beitragsfreies Jahr bekommen würden. Hat der Versicherte eine Berufsausbildung absolviert, gibt es dann für jeden Monat genau 0,0833 Entgeltpunkte, also rund einen pro Jahr.

Im Wesentlichen hängen die Entgeltpunkte und damit die Höhe der Rente allerdings von den Beitragszahlungen über die gesamte Arbeitskarriere ab. Gerüchte, wonach nur die letzten Jahre für die Höhe der Rente entscheidend seien, sind ein Trugschluss. Dieser Effekt tritt eher bei kapitalbildenden Lebensversicherungen auf.

So rechnet die Rentenversicherung

Die Punkte-Rechnung selbst ist leicht: Für jedes Jahr, in dem Ihr Verdienst dem Durchschnittseinkommen aller Versicherten entspricht, bekommen Sie einen Punkt. Liegen Sie darunter oder darüber, erhalten Sie entsprechend mehr oder weniger Punkte. Die Summe aller Punkte multipliziert die DRV mit dem Rentenwert (Aktuell 28,14 Euro in den alten und 25,74 Euro in den neuen Bundesländern). Das Ergebnis ist die Monatsrente. Wer kürzer oder länger arbeitet als die Regelalterszeit, erhält entsprechende Abschläge (siehe Seite 1) oder Zuschläge (siehe nächste Seite).

Übrigens: Das Gerücht, dass der Rentenbetrag für immer und ewig festgelegt ist, stimmt nicht. „Eine Erhöhung der Rente kann sich ergeben, wenn zum Beispiel später noch Nachweise für Beitragszahlungen erbracht werden, die bei der erstmaligen Rentenberechnung fehlten“, sagt DRV-Sprecher von der Heide. Wer also Angaben vergisst, kann diese später nachreichen.

Übertragen von derselbigen Quelle : siehe Link

Eine Antwort to “Rentenansprüche schrumpfen Die Wahrheit hinter Ihrer Renteninformation”

  1. neuesdeutschesreich 15. November 2013 um 01:13 #

    Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

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