Rassismus und Gewalt – Wie die Flüchtlingswelle ganze Städte einknicken lässt

30 Okt

Mittwoch, 30.10.2013, 08:58· von FOCUS-Online-Autorin 

Armutszuwanderung im Ruhrgebiet

Armutszuwanderung, Dortmund, Duisburg, Europa, Ruhrgebiet

Meterhohe Müllberge: Ein Innenhof in der Dortmunder Nordstadt

Seit Jahren versuchen Städte wie Dortmund und Duisburg gegen die Folgen der Armutszuwanderung aus Rumänien und Bulgarien anzukämpfen. Doch den ohnehin schon klammen Stadtkassen steht eine weitere finanzielle Belastung bevor. Denn ab Januar 2014 haben die Armutsflüchtlinge ein Anrecht auf Sozialleistungen.
Kinder, die mit Müll spielen. Frauen, die ihren Körper verkaufen. Und Männer, die sich auf der Straße als billige Arbeitskraft anbieten. Die Vorurteile, mit denen Armutszuwanderer aus Rumänien und Bulgarien tagtäglich zu kämpfen haben, sind hart. Doch spiegeln das wieder, was viele Anwohner der betroffenen Kommunen über sie denken.Seit der EU-Osterweiterung im Jahr 2007 siedeln sich immer mehr Menschen aus den Balkan-Nationen auch in Deutschland an. Es waren unter Anderem die leerstehenden Häuser, die sie einst vereinzelt in Ruhrgebietsstädte wie Dortmund und Duisburg gezogen haben. Doch längst bevölkern die Zuwanderer dort ganze Straßenzüge und Wohnblöcke. Seitdem fühlt es sich anders an, in diesen Städten zu leben.

Arbeiterstrich mitten in der Stadt

Mitten in Dortmund liegt die Mallinckrodtstraße. Vor einigen Jahren hat sich dort ein sogenannter Arbeiterstrich etabliert. „Es ist einfach ein unangenehmes Gefühl, dort entlang zu gehen“, sagt Martina Faehnrich. Sie lebt seit über 20 Jahren in der Nordstadt und arbeitet in unmittelbarer Nähe der Mallinckrodtstraße. Doch mittlerweile meidet sie es, dort entlang zu gehen.Grund dafür sind die Männer, die dort tagtäglich stehen und warten. Warten auf jemanden, der ihnen einen schlecht bezahlten Job anbietet – Schwarzarbeit, versteht sich. Als Tagelöhner verdienen sie dann auf Baustellen oder in Werkstätten ihr Geld. Denn eine reguläre Arbeitsstelle dürfen sie erst im kommenden Jahr aufnehmen, wenn auch für Bulgaren und Rumänen die Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt.

Werkstätten auf offener Straße

Armutszuwanderung, Dortmund, Duisburg, Europa, Ruhrgebiet

Peter BandermannAn der Mallinckrodtstraße in Dortmund hat sich in den vergangenen Jahren der Arbeiterstrich etabliert
Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Dortmunder Nordstadt entstanden. „Nördlich des Hauptbahnhofs haben sie damals Wohnungen für die Arbeiterbevölkerung der Schwerindustrie gebaut“, erklärt Bastian Pütter, Redaktionsleiter von „Bodo“, dem Straßenmagazin für Bochum und Dortmund. Durch seine Arbeit kennt er das betroffenen Stadtgebiet sehr gut. „Anfangs war die Bevölkerung in der Nordstadt tatsächlich eher deutschstämmig, aber Einwanderungsprozesse hat es immer wieder gegeben.“ Zuletzt in den 1980er Jahren, als viele Menschen aus der Türkei in die Stadt gezogen sind. In der Nordstadt habe es schon immer Probleme gegeben, die mit Armut einhergehen. Doch seit 2008 habe sich die Situation verschärft.„Als das mit der Zuwanderung angefangen hat, standen plötzlich all diese Männer auf den Straßen“, erinnert sich Martina Faehnrich. „Nach und nach haben sie sogar auf dem Mittelstreifen, der eigentlich als Parkplatz dienen sollten, kleine Werkstätten aufgebaut, wo sie ihre Autos repariert haben. Aber die wurden mittlerweile von der Stadt dicht gemacht. Da wurden jetzt große Natursteine reingesetzt, damit dort keine Autos mehr stehen können.“

Straßenstrich lebt weiter

Armutszuwanderung, Dortmund, Duisburg, Europa, Ruhrgebiet

Peter BandermannDortmund: Die Frauen aus Bulgarien und Rumänien haben die Preise am Straßenstrich deutlich gedrückt
Die Schleswiger-Straße gehört hingegen den Frauen der Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien. Die kleine Seitengasse der Mallinckrodtstraße ist ebenfalls Teil, der von Armutszuwanderern dominierten Straßenzüge. Viele von ihnen verdienen ihren Unterhalt durch Prostitution. „Dort sitzen die Frauen teilweise in den Hauseingängen und wollen sich kaum wegbewegen – auch wenn man sie direkt anspricht“, sagt Martina Faehnrich.
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Armutszuwanderung im Ruhrgebiet Ein Leben in heruntergekommenen Schrottimmobilien
Armutszuwanderung, Dortmund, Duisburg, Europa, Ruhrgebiet
Dortmund: Eine Küche in einer der sogenannten „Ekelwohnungen“
Christian Schmitt lebt und arbeitet als Geschäftsführer einer Wohnungsgesellschaft seit den 1990er Jahren in der Nordstadt. Er hat sich damals aktiv dafür eingesetzt, den Dortmunder Straßenstrich von dort aus in das nahe gelegene Gewerbegebiet an der Ravensberger Straße zu verlegen. „Nach der EU-Öffnung hat sich die Zahl der Straßenprostituierten dann von 80 auf rund 1000 erhöht“, sagt er. Und das alles innerhalb eines Zeitraums von gut zwei Jahren.Er habe zu dieser Zeit mit vielen Hilfsorganisationen gesprochen. „Die haben mir gesagt, dass die Preise auf dem Straßenstrich seit der Osterweiterung drastisch gesunken seien, was natürlich noch mehr Frauen aus Osteuropa angezogen hat.“ Schließlich wurde der Straßenstrich geschlossen, das gesamte Stadtgebiet zum Sperrgebiet für Straßenprostitution erklärt. Das war im Mai 2011. „Aber das hindert die Frauen ja nicht daran, sich weiterhin zu prostituieren“, sagt Schmitt.Laut Dortmunds Sozialdezernentin Birgit Zoerner ist der Zuzug der stark verarmten Bevölkerung aus Bulgarien und Rumänien eine besondere Belastung für die Stadt. Denn durch die hohe Arbeitslosenquote leide die Stadt unter den ohnehin schon hohen Sozialausgaben.
„Wir als Kommune sind der Reparaturbetrieb für das, was bei der EU-Erweiterung nicht geregelt worden ist“, sagt sie. Das Kernproblem der Zuwanderung sieht sie in den früheren Lebensumständen der Bulgaren und Rumänen. „Viele der Menschen aus Bulgarien und Rumänien kommen aus prekären Lebensverhältnissen. Und diese importieren sie in die deutschen Städte, in denen sie leben.“

Matrazenvermietung: ein lukratives Geschäft mit den Armen

Armutszuwanderung, Dortmund, Duisburg, Europa, Ruhrgebiet

Peter Bandermann . Für einen Monat auf einer solchen Matratzen zahlen die Zuwanderer in Dortmund bis zu 150 Euro.
Christian Schmitt kann diese Aussage bestätigen. „Meist leben die Zuwanderer in heruntergekommenen Schrottimmobilien, die von ihren Besitzern zimmerweise vermietet werden“, erklärt er. Als Geschäftsführer einer Wohnungsgesellschaft aus der Nordstadt kennt er die gängigen Mietpreise. „150 Euro zahlen sie für ein Zimmer, das sie mit bis zu drei weiteren Personen teilen müssen.“ Mit diesem Prinzip, das auch Matratzen-Vermietung genannt wird, verdienen Vermieter ein Vielfaches von dem, was sie regulär mit ihren Wohnungen einnehmen würden.„Bei der großen Menge an Mietern kommen so teilweise Summen von 12 000 Euro monatlich zusammen. Mit einer regulären Vermietung würden die Hausbesitzer vielleicht gerade einmal 3000 Euro verdienen“, sagt Christian Schmitt. Etwa 50 solcher Häuser gibt es in der Dortmunder Nordstadt. „Das ist von der Menge nicht besonders viel. Insgesamt gibt es hier nämlich circa 3000 Häuser.“ Trotzdem: die Störung, die von den Häusern ausgeht, sei enorm. Denn wo viele Menschen sind, entstehe naturgemäß auch viel Lärm und Müll. Das birgt Konfliktpotenzial.
Wer weiterlesen möchte,kann dies gerne über folgenden Link tun :
Übertragen von derselben Quelle , Siehe Link :

4 Antworten to “Rassismus und Gewalt – Wie die Flüchtlingswelle ganze Städte einknicken lässt”

  1. Ludwig-Eugen Vogt 30. Oktober 2013 um 10:37 #

    Das “Bundesregierung” stellt irgendwelche Parolen in den Raum :
    Die reden von links und rechts……und ….und
    Keiner von diesen Idioten, die für Pleite-Republik BRD arbeiten hat gemerkt, dass der Schuldenberg nicht bei
    2 BILLIONEN EURO steht, sondern bei
    9 BILLIONEN EURO STAATSSCHULDEN
    Jeden Tag, an dem die “Säcke” sich weiter in den Ministerien und Ämtern drücken wird der Schuldenberg höher: es gibt keine linken und rechten….
    ES GIBT NUR AUSGEPLÜNDERTE UND BESTOHLENE
    23 MILLIONEN DEUTSCHE UNTER DEM EXISTENZMINIMUM
    STEHT AUF UND LASST EUCH NICHTS MEHR GEFALLEN

  2. loki friedrich 30. Oktober 2013 um 14:48 #

    @ Ludwig daumen hoch !

  3. neuesdeutschesreich 30. Oktober 2013 um 22:20 #

    Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

  4. astrowolf 11. November 2013 um 15:57 #

    wo war der widerstand <<< 1993 <<<< MINISTER BLÜM 97% SCHEIN – ASYLANTEN <> H A U F E N F E I G E R S C H W E I N E <<<

    DAS IST NICHT MEIN LAND ++ FÜR SO EINEN MÜLL++ WAR ICH UNSCHUDLIG
    IM KNAST <<< DAS MUSS DIE WELT WISSEN <<<

    ""SPIEGEL 3/94 ""SATIRE ZUM AUFRÜTTELN ""
    DAS FORUM GEGEN DIE VERBLÖDUNG << DAS BÜRGER – KOMITEE << MACH MIT SOFORT +++

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