Verband deutscher Soldaten – Der berühmte Tropfen zu viel

27 Sep

Von Max Klaar

Liebe Kameradinnen und liebe Kameraden, es ge­schah Unglaubliches. In unserer Ausgabe 5/2011 meldeten wir Ihnen schon von dem Schreiben, das der ehemalige US-Major Merrit Drucker an Wehrmachtsangehörige gerichtet hatte, um sich bei ihnen für die furcht­baren Verbrechen zu entschuldigen, die US-Amerikaner an deutschen Kriegsgefangenen nach Kriegsende begangen hatten.
Nun wollte Merrit Drucker noch einen draufsetzen und am 31. Oktober 2011 eine öffentliche Entschuldigungszeremonie in Washington organisieren. Dazu sollte aus Deutschland ein dafür »Zuständiger« eingeladen werden und anreisen. Drucker wandte sich deshalb an den VdS, und ich versuchte, einen General »zu finden«, der diesen Termin wahrnehmen konnte, denn eine so noble Geste sollte durch entsprechende deutsche Repräsentanz Anerkennung finden. Das gelang nicht.
Merrit Drucker meinte daraufhin ausdrücklich: »Sie sind der Bundesvorsitzende des Verbandes deutscher Soldaten, also sind Sie derjenige, an den ich mich wenden will. Stellvertretend für deutsche Soldaten sollen Sie meine Entschuldigung für die Verbrechen entgegennehmen, die im Namen meiner Nation an Deutschen Kriegsgefangenen nach dem Krieg begangen worden sind.«
In seinem Vorhaben wurde er von dem Franco-Kanadier James Bacque unterstützt, der mit mehreren Büchern zur Weltkrieg II-Thematik hervorgetreten ist, darunter »Der geplante Tod« und »Die verschwiegene Schuld«, die sich beide mit den US-Völkerrechts-Verbrechen an deutschen Kriegsgefangenen befassen. Bacque führte darin den Nachweis, dass die amerikanische Militäradministration 1945–1947 in Deutschland rund 750.000 und in Frankreich 250.000 umgekommene deutsche Kriegsgefangene zu verantworten hatte.
Ich habe versucht, Merrit Drucker die Probleme vor Augen zu führen, die er sich als Mitte 50-jähriger Berufstätiger durch diese Veranstaltung auf den Hals laden würde, denn es sei anzunehmen, dass die politische Korrektheit in den USA ihn dafür in die Mangel nehmen würde. Selbiges sei schließlich mit Bacque schon geschehen, dem mit Ermordung gedroht worden ist und der wirtschaftlichen Schaden erleiden musste.
Drucker entgegnete entwaffnend: »Ich fürchte mich nicht, der Wahrheit eine Bresche zu schlagen! Es muss ausgesprochen werden.« Also bot ich an, auf der Veranstaltung nicht bloß ein Entschuldigungs-schreiben entgegenzunehmen, sondern anschließend namens des Verbandes deutscher Soldaten anzuregen, dass alle ehemaligen Kriegsgegner über »ihre Leichen im Keller« nachdenken sollten, um Friedensverhandlungen auf der Grundlage der nachgewiesenen historischen Wahrheit aufzunehmen und im siebenten Jahrzehnt nach Ausrufung des Waffenstillstandes endlich einen gerechten Frieden zu machen.
Das wurde mit großer Zustimmung akzeptiert. Und so fand die Veranstaltung dann statt, bei der Major Drucker sein Entschuldigungsschreiben in vorbildlicher Haltung und sichtlich bewegt öffentlich verlas. Seinen anschließenden militärischen Salut erwiderte ich ebenso und dankte ihm wie folgt:»Sehr geehrte Mitglieder des US-Kanadisch-Deutschen Versöhnungskomitees, lieber Major Merrit Drucker, meine Damen und Herren!
Für mich ist es sowohl Ehre als auch Freude, heute mit Ihnen diese bemerkenswerte Stunde von historischer Bedeutung zu teilen.
Als ich erstmalig etwas über die Arbeit und Zielsetzung des Versöhnungskomitees hörte, konnte ich das ehrlich gesagt nicht glauben. Warum war das so?
Zunächst muss man berücksichtigen, dass der Zweite Weltkrieg nicht durch einen Friedensvertrag beendet worden ist. Das was existiert, ist der Waffenstillstand, der nach der »bedingungslosen Kapitulation« der Wehrmacht erklärt worden war.
In allen Fragen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg wird Deutschland von einer politischen Korrektheit beherrscht, die nahezu alle Medien, Lehrpläne an Schulen und Universitäten beeinflusst. Den Deutschen wird dadurch seit 67 Jahren vermittelt, dass die Sieger die Guten und die besiegten Deutschen die schlimmsten Kriegsverbrecher sind, welche die Welt je sah. Unter dieser politischen Korrektheit ist die Wahrheit schwerlich herauszufinden:
• Wesentliche Archive sind in den Siegerstaaten immer noch verschlossen, wodurch Primärdokumente versteckt bleiben.
• Viele informative Bücher und Publikationen stehen in Deutschland auf dem Index, so dass sie die meisten Deutschen nicht erreichen.
• Diejenigen, die trotzdem Zugang zu solchen Quellen haben, dürfen daraus nicht zitieren. Wenn sie es tun, riskieren sie unter den Bedingungen des § 130 StGB Verurteilung und bis zu fünf Jahren Gefängnis.
• Darüber hinaus hat Deutschland keine volle Souveränität; sein Grundgesetz wurde 1949 von den drei Westalliierten in Kraft gesetzt.
Artikel 139 GG lautet heute:
»Die zur ›Befreiung des deutschen Volkes vom Nationalsozialismus und Militarismus‹ erlassenen Rechtsvorschriften werden von den Bestimmungen dieses Grundgesetzes nicht berührt.«
Und das heißt:
Die von den Alliierten »erlassenen Rechtsvorschriften« dominieren immer noch Deutschlands Politik und innere Angelegenheiten.
Nun werden Sie vielleicht verstehen, warum ich sagte, dass ich nicht glauben konnte, die Aktivitäten des Komitees würden jemals stattfinden. Nachdem ich soeben Ihren »Entschuldigungsbrief« erhielt, glaube ich es. Was sind meine Gefühle als Deutscher?
• Man muss wissen, dass es Millionen Deutsche mit verwundeten Seelen gibt. Und das sind nicht nur diejenigen, die den Krieg und die Nachkriegzeit erlebten. Ich spreche hier auch über diejenigen, die in Deutschland unter der ständigen Beeinflussung der politischen Korrektheit zu leiden haben, wodurch Deutschland Gefahr läuft, seine eigene wahre Geschichte zu verlieren. Berücksichtigen Sie bitte, dass dabei die ANTIFA – als Gruppe Gleichgesonnener – eine sehr destruktive Rolle spielt und für alle eine reale Gefahr ist, die es wagen, Fakten zu veröffentlichen, die nicht mit deren »Antifaschismus-Propaganda« über­einstimmen.Die ANTIFA erzwingt ihre Sicht der Dinge durch Bedrohung der Eigentümer von Versammlungsstätten und der Publizisten, die es wagen, bei Veröffentlichung herausgefundener Wahrheiten Tabu-Grenzen zu überschreiten.
ANTIFA-Mitglieder werden u.a. von Politikern mit Einfluss bis in Regierungspositionen ermutigt und unterstützt. Viele erleben im heutigen Deutschland polizeistaatähnliche Methoden.
• Major Drucker, Ihr Entschuldigungsschreiben wird von allen »verwundeten Seelen« als mitleidende Barmherzigkeit wahrgenommen werden und als Medizin heilen helfen.
• Ich bin durch die Tatsache tief bewegt, dass Sie für Ereignisse Verantwortung emp­finden, die im Namen Ihres Landes geschahen.
• Sie sind daran nicht schuld; niemand in diesem Raum ist es für irgend ein Übel, das sich in dieser Geschichtsphase ereignete.
Schuld ist immer an den Täter gebunden, nur er persönlich hat die Schwere seiner Schuld zu verantworten.
Aber niemand wird Ihnen die Anerkennung verweigern, die aus Ihrer heutigen noblen Geste spricht. Wir wissen alle, dass es für Sie wirklich schwer war, es auszusprechen.
Ihr »Entschuldigungsschreiben« wird auf dem langen Weg zu einem wirklichen Frieden als Meilenstein angesehen werden. Und ich bin davon überzeugt, dass Sie Gehör finden.
Wahrer Frieden ist die Frucht milder Gerechtigkeit. Gerechtigkeit im Bezug auf den Zweiten Weltkrieg bedeutet, dass jedes teilnehmende Land zu bekennen und anzuerkennen hat, was auf der jeweiligen Seite geschehen ist.
Diese Bekenntnisse werden die Sinne dafür öffnen, einen Frieden schaffenden Prozess einzuleiten.
Die junge Generation kann dazu einen Beitrag derjenigen erwarten, die den furchtbaren Krieg und die entsetzliche Zeit danach erlebten.
Die Organisation, die ich vertrete, hat dazu eine 14-Punkte-Empfehlung ausgearbeitet, die ein Angebot an die betroffenen Regierungen ist, an einer Friedenskonferenz teilzunehmen, um den Zweiten Weltkrieg endlich zu beenden und dadurch künftigen Generationen die Perspektive eines unbefangenen Weges in eine friedliche Zu­kunfts­­ordnung unter gegenseitiger Achtung und Verantwortung zu ermöglichen.
Herr Major Drucker, als Antwort auf Ihre so noble Geste möchte ich Ihnen diese 14-Punkte-Empfehlung übergeben. Sie haben hiermit das Recht, sie in jeder gewünschten Weise zu verbreiten.«
In der anschließenden Diskussion wurde nach einem Beispiel für Wahrheitswidrigkeit der politischen Korrektheit in Deutschland gefragt. Ich nannte den Kriegsausbruch am 01. September 1939, der wahrheitswidrig als »Überfall« auf Polen dargestellt und gelehrt würde. Dazu gab ich einige Erklärungen.
Warum das so sei, war die Anschlussfrage. Ich zitierte den amerikanischen Chef­ankläger in Nürnberg, Robert H. Jackson, der klar erkannt hatte, dass in einem fairen Prozess die deutsche Alleinschuld nicht beweisbar war. Und deshalb verlangte er, dass der Krieg in Europa als eine deutsche Aggression gelten müsse; seine Begründung: »Die Deutschen werden mit Sicherheit unsere drei europäischen Alliierten anklagen, eine Politik verfolgt zu haben, die den Krieg erzwungen hat. Das sage ich, weil die sichergestellten Dokumente des Auswärtigen Amtes, die ich eingesehen habe, alle zum selben Schluss kommen: ›Wir haben keinen Ausweg; wir müssen kämpfen; wir sind eingekreist; wir werden erdrosselt.‹ Wie würde ein Richter reagieren, wenn dies im Prozess herauskommt? Ich denke, er würde sagen: Bevor ich jemanden als Aggressor verurteile, soll er dies nicht nur einfach leugnen, sondern seine Motive schildern.« »… wenn dieser Prozess in eine Diskussion über die politischen und wirtschaftlichen Ursachen des Krieges hineingerät, kann daraus in Europa, das ich nicht gut kenne, als auch in Amerika, das ich ziemlich gut kenne, unendlicher Schaden entstehen.«1 Schaden für die Sieger natürlich; folglich musste die Wahrheit unterdrückt werden. Das wird sie auch heute!
Im kleineren Kreis war noch zu erwähnen, dass den Deutschen klar sei, wie schwer es sein würde, Frieden zu schließen. Denn das bedeutete u.a., dass an Deutschland wiedergutgemacht werden müsste, was überhaupt noch machbar sei. Dazu zählten als Wichtigstes:
• Löschung der gegen Deutschland gerichteten Feindstaatenklausel der Vereinten Nationen,
• Anerkennung, dass Deutschland nicht die Alleinschuld am Kriegsausbruch trägt und Bekanntmachung der wahren Gegebenheiten durch Erforschung der geöffneten Geheimarchive,
• Anerkennung der kriegs- und völkerrechtswidrigen Behandlung Deutschlands durch die Siegermächte,
• Rückgabe der geraubten Edelmetalle (Gold, Silber, Platin), Währungsreserven, Patente, Kunstraube etc.,
• Rückübereignung der deutschen Auslandsbesitzungen,
• Landrückgabe oder Herbeiführung einer Einigung, mit der die betroffenen Länder leben können, wozu mindestens die Rückgabe von geraubtem Privateigentum bzw. Entschädigung dafür gehört,
• Entschädigungen für millionenfache Zwangsarbeit,
• Verzicht auf gegenseitige Schuldaufrechnung und Ableitung von Forderungen daraus,
• Beendigung der Fremdbesatzung Deutsch­lands.
»Wird das jemals möglich sein?« wollte man wissen. Auf diese Frage ließ sich nur antworten:
Wenn wir es nicht fordern und die Politik nicht veranlassen, sich des Friedensschlusses anzunehmen, wird diese Wunde weiter eitern, sich aber nicht schließen.
Durch das Versailler »Friedens-Diktat« wurde Deutschland schon einmal die Heilung von demütigender Entrechtung, Erpressung, Ausplünderung, Verhungern verweigert. Die Saat des Sieger-Hasses ging auf. An den Folgen leiden wir heute noch.
Frei wird nur, wer sich die Freiheit nimmt. Das ist ein revolutionärer Akt. 1933 wurde Deutschland revolutionär verändert – die Folgen kennen wir. 1989 wurde Deutschland durch den verzweifelten Mut der Mitteldeutschen revolutionär verändert – auch die Folgen kennen wir. Dankbar für das Erreichte gilt es dennoch festzustellen, dass diese Erhebung nur Teil­erfolg hatte. Die Hoffnung auf eine vom ganzen deutschen Volk in freier Selbstbestimmung angenommene Verfassung (Art. 146 GG) erfüllte sich nicht. Wer es wie Franz Müntefering noch als SPD-Parteivorsitzender anzuregen wagt, wird durch »Beschweigen« sofort mundtot gemacht, denn es geht um die Herrschaft über Deutschland. Die Westalliierten schrieben in den 2+4-Verhandlungen ihre Vorbehaltsrechte fest (Art. 139 GG, s.o.). Die Fesseln bleiben uns angelegt.
Nur gerechter Friede, der unter Beachtung der wahren Ereignisse in beiderseitigem Verstehen und Respektieren geschlossen wird, kann politischer Radikalität – von der in diesen Tagen wieder so viel die Rede ist – das Wasser abgraben; Verbote helfen da nicht! Revolution folgt, wenn das Fass voll ist und er dann plötzlich fällt – der berühmte Tropfen zu viel.

»Die Verwaltung deutscher Schuld und die Pflege deutschen Schuldbewusstseins sind ein Herrschaftsinstrument. Es liegt in der Hand aller, die Herrschaft über Deutschland ausüben wollen, drinnen wie draußen.«
(Johannes Gross, deutscher Publizist)

1 Scheil, Eskalation, S. 11 ff., dort Quelle des Zitats: Robert H. Jackson (Hrsg.), International Conference on Military Trials. A documentary record od negotiations, Washington 1949, S. 306. Vergleiche »Soldat im Volk«, Ausgabe 4/2011, Leitartikel

Übertragen von Quelle : http://www.verband-deutscher-soldaten.de/index.php?option=com_content&view=article&id=114:der-beruehmte-tropfen-zu-viel&catid=40:soldat-im-volk&Itemid=68

Eine Antwort to “Verband deutscher Soldaten – Der berühmte Tropfen zu viel”

  1. neuesdeutschesreich 27. September 2013 um 21:32 #

    Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

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