‘Vernichtung des Christentums als Krönung des „arabischen Frühlings“’

5 Sep

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STIMME RUSSLANDS Der Sturz des Regimes von Bashar al-Assad würde das Ende der christlichen Zivilisation nicht nur in Syrien, sondern auch im gesamten Nahen Osten bedeuten, befürchten Experten. Schon heute sind die Anhänger der Lehre von Jesus Christus grausamen Verfolgungen und der tödlichen Gefahr ausgesetzt. Nach dem Christentum könnten hier alle traditionellen Glaubensbekenntnisse verschwinden.

Diejenigen, die heute in Syrien einen Krieg gegen Bashar al-Assad führen, sind Menschen, die mit der terroristischen Internationale in Gestalt beispielsweise der gleichen „al-Qaida“ verbunden sind, Sie erkennen die Werte keiner Religion außer denen ihres Glaubens an. Und deshalb sind alle, die ihre Ansichten vom Leben und von der Politik nicht teilen, für sie „Fremde“. Diese Gewissheit hat in einem Interview mit der STIMME RUSSLANDS der Mufti Farid Salman, Oberhaupt des Ulemarates von Russlands Assoziation der Akademie des islamischen Einvernehmens, zum Ausdruck gebracht:

„al-Qaida ist eine der islamistischen Bewegungen, welche die Christen überhaupt nicht für Menschen hält. Wenn die Christen und die Juden im traditionellen Islam Menschen der Heiligen Schrift sind, so sind vom Standpunkt der Radikalen, der Islamisten und des sonstigen ähnlichen Zunft, weder Christen, noch Juden Partner im zwischenkonfessionellen Dialog, sondern überhaupt keine Menschen als solche. Eine solche Erscheinung beobachten wir heute beispielsweise in Ägypten. Sobald die Salafisten und die ‚Moslembrüder’ unter dem gestürzten Präsidenten Mursi auch nur ein Quäntchen Macht bekommen hatten, begannen in diesem Lande zwischenkonfessionelle Widersprüche und Zusammenstöße. Im Ergebnis dessen war die Mehrheit der koptischen Christen gezwungen, aus dem Lande zu fliehen. Dabei sind die Kopten nicht nur Angehörige der altangesessenen Bevölkerung dieses Landes, sondern sie haben seinerzeit für die Araber in Ägypten Tür und Tor für den Islam geöffnet. Das Gleiche spielt sich heute auch in Syrien ab.“

Farind Salman ist sich dessen sicher, dass das Szenarium der Vernichtung des Christentums, sollten die Islamisten die Macht über Syrien erlangt haben, viel härter ausfallen würde, als es beispielsweise im benachbarten Irak gewesen ist.

„Zum Unterschied vom Irak sind die Wechselbeziehungen der Christen und der Muslime in Syrien viel fester und tiefer gewesen. Wenn die zwischenkonfessionellen Beziehungen im Irak rein partnerisch gewesen sind, so weisen sie in Syrien einen humanen und humanitären Charakter auf. Und daher wird auch die Haltung der Islamisten den Christen gegenüber eine ganz andere sein. Vom Standpunkt der Islamisten soll alles, was mit dem Christentum zusammenhängt, vernichtet worden sein. Und ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, wie in Syrien schon jetzt das ganze christliche Erbe dieses Landes vernichtet wird.“

Die Befürchtungen des Muftis aus Russland wegen der Zukunft des Christentums in dieser Region seien nicht grundlos, und sie seien in der neuzeitlichen Weltgeschichte schon wiederholt bekräftigt worden, meint Roman Silantjew, ein Religions- und Islamforscher:

„Wir haben heute eine Masse von Beispielen dafür, dass die christliche Bevölkerung bei einem Sieg der Wahhabiten ausgerottet wurde. Sehr wenig Christen sind im Irak geblieben, so gut wie keine Christen sind in Afghanistan übrig geblieben, schon seit langem gibt es keine altangesessenen Christen in Saudi Arabien, ungeachtet dessen, dass sie dort viel früher als die Muslime erschienen sind. In allen Ländern, in denen die Wahhabiten an die Macht gelangen, geraten die Christen in eine diskriminierte Stellung, werden vernichtet oder aus dem Land ausgestoßen. Das ist ein Problem der gesamten Welt. Das Gleiche beobachten wir in Nigeria, in Pakistan und in einer Reihe von anderen Ländern.“

Indem die Länder des Westens einen „Kreuzzug“ gegen die Regierung von Bashar al-Assad proklamieren, machen sie sich keine Gedanken darüber, dass sie im Grunde genommen für das Christentum in Syrien ein Todesurteil unterschreiben. Diesen Standpunkt äußerte der STIMME RUSSLANDS gegenüber der Politologe Aschdar Kurtow, Experte vom Russlands Institut für strategische Studien:

„Wenn ich Äußerungen westlicher Politiker und Veröffentlichungen in der westlichen Presse verfolge, kann ich nicht umhin, festzustellen, dass die Probleme, die im Zusammenhang mit Syrien beleuchtet werden, gewöhnlich Verletzungen des humanitären Völkerrechts in Bezug auf die Zivilbevölkerung betreffen. Der Akzent in Bezug auf die zwischenkonfessionellen Probleme wird ignoriert bzw. speziell totgeschwiegen, in den Schatten gestellt. Einerseits leuchtet das ein. Sind es doch nicht die Regierungstruppen, welche die christliche Bevölkerung und die Gemeinden von anderen Glaubensbekenntnissen überfallen, die nicht zu den radikalen sunnitischen Organisationen gehören. Doch wenn in den Metropolen der westlichen Welt von Politikern behauptet wird, dass ihr Ziel in Syrien die Entsprechung den hohen Normen, darunter auch denen für die Menschenrechte, sei, so wäre es für sie erforderlich, auch auf die unansehnlichen Umstände der zunehmenden zwischenkonfessionellen Feindschaft in einer schroffen Form aufmerksam zu werden.“

Nach Ansicht vieler Geschichtsforscher und Politologen sei gerade die Präsenz der Christen in Syrien und im Nahen Osten eine eigenartige Gewähr für die Erhaltung und die Stärkung des traditionellen Zivilisationsislams in der Region gewesen.

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